An der Sperresiedlung bei Bergshausen soll ein künstlicher Seitenarm parallel zur Fulda entstehen

Eine Ruhezone für Wassertiere

Hier soll der neue künstliche Seitenarm entstehen: Bauamtsleiter Willi Eurich (links) und Axel Sobirey vom Ingenieurbüro Wagu stellen das Öko-Projekt des Landkreises am Fulda-Ufer in Bergshausen vor. Foto: Wohlgehagen

Fuldabrück. Nahe der Sperresiedlung in Bergshausen, wo der preußische Staat vor 90 Jahren eine große Talsperre bauen wollte und jetzt auf sumpfigem Boden Brennnesseln wuchern, soll ein kleiner Seitenarm der Fulda als Schutzraum für Fische, Vögel und Pflanzen angelegt werden.

Unter der Federführung der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Kassel werden an dieser Stelle 85 000 Euro aus Ausgleichsmitteln des Landes Hessen in die naturnahe Umgestaltung der Fuldaaue investiert.

Das Projekt geht auf Überlegungen der Gemeinde Fuldabrück und auf eine fischereibiologische Untersuchung der Fulda aus dem Jahr 2007 zurück. Sobald alle Genehmigungen vorliegen, sollen die Bagger anrollen.

„Der 120 Meter lange und bis zu 40 Meter breite Seitenarm wird das Gewässer einschließlich Aue in diesem Bereich ökologisch erheblich aufwerten.“

Diplom-Ingenieur Axel Sobirey

„Der 120 Meter lange und bis zu 40 Meter breite Seitenarm wird das Gewässer einschließlich Aue in diesem Bereich ökologisch erheblich aufwerten“, sagt Diplom-Ingenieur Axel Sobirey vom Kasseler Ingenieurbüro Wagu, das mit der Planung und Bauleitung des Projekts beauftragt ist. Die mit den Behörden und den Angelvereinen abgestimmte Planung sieht einen einseitig an die Fulda angeschlossenen Flussarm mit Insel und Tiefwasserzone vor. Die vorhandenen Bäume bleiben weitestgehend erhalten. Durch die Abflachung des Flussufers wird die Vernetzung mit der angrenzenden Aue verbessert. Auch die Vergrößerung der Wasserwechselzone ist gut für das Ökosystem. Im mittleren Bereich sind Steilböschungen vorgesehen, in denen unter anderen Eisvögel Bruthöhlen anlegen können. „Die Tiefwasserzone dient als Rückzugsgebiet für Fische, zum Beispiel für Hechte“, sagte Axel Sobirey. Die Planung entspreche insofern den Empfehlungen eines von den Angelvereinen vor vier Jahren in Auftrag gegebenen Gutachtens.

Am Fulda-Radweg

Bauamtsleiter Willi Eurich stellt die landschaftliche und naturschutzrechtliche Aufwertung der an den Fulda-Radweg grenzenden gemeindeeigenen Uferfläche heraus.

Die Gemeindevertretung hat der Verwendung des Grundstücks einmütig zugestimmt.

Größere Lärmbelästigungen für die Anwohner, etwa durch den Abtransport von Aushubmaterial, schließen die Fachleute aus: Der überwiegende Teil des auszuhebenden Bodens werde in die Böschung nördlich der Sperresiedlung eingebaut, sagt Axel Sobirey.

Von Hans-Peter Wohlgehagen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.