Heimatmuseum Altenritte zeigt historische Nähmaschine mit Handbetrieb

Eine Umdrehung, drei Stiche

Goldene Blumenmuster: Verzierte Tischnähmaschine von Singer in der Hessenstube mit einem Antrieb per Kurbel. Foto:  Wienecke

Baunatal. Noch bis ins Jahr 1830 wurde mit der Hand genäht, der Beruf des Schneiders war sehr angesehen. Erste Versuche, mit Maschinen zu nähen, gab es jedoch bereits ab 1755. Isaac Merritt Singer (1811 bis 1875) machte die Nähmaschine ab 1851 bekannt, sein Geschäftspartner Edward Clark entwickelte 1856 ergänzend erste Ratenzahlungsmodelle.

Sein erstes Patent erhielt Singer 1839 für eine Gesteinsbohrmaschine. Eine Maschine für Holz- und Metallbearbeitung ließ er sich 1849 patentieren. Der amerikanische Unternehmer arbeitete zuvor als Mechaniker und Schauspieler. Eine seiner Ehefrauen soll das Vorbild für die New Yorker Freiheitsstatue gewesen sein.

Singers Prototyp war die erste Nähmaschine, die auch wirklich einsatzfähig war. In Anerkennung seiner Verbesserungen erhielt er 1851 ein Patent, 1890 hatte die Singer-Company bereits einen Weltmarktanteil von 80 Prozent.

Die Haushaltsnähmaschine aus den 1920er-Jahren, die zur Sammlung des Heimatmuseums Hessenstube in Altenritte gehört und mit goldenen Blumenornamenten mit blauen und roten Blüten verziert ist, wird über eine Handkurbel angetrieben. Eine Umdrehung entspricht dabei drei Stichen.

Darüber hinaus gab es Modelle, die durch die Auf- und Abbewegungen eines Fußpedals in Gang gebracht wurden. 1889 kam bereits die erste elektrische Nähmaschine auf den Markt. Im Jahr 1978 folgte dann die erste computergesteuerte Nähmaschine.

Das Heimatmuseum Hessenstube in der Ritter Straße 1 in Altenritte ist sonntags von 14 bis 16.30 Uhr und nach Absprache geöffnet. Kontakt: Stadt Baunatal, Rathaus, Stadtarchiv, Tel. 0561/499 21 37, Infos unter: www.baunatal.de

Von Bettina Wienecke

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