Kasseler Studenten erstellten Konzepte für historische Stätte mit dem Museum Währungsreform

Eine Zukunft für das Haus Posen

Ausgefallene Konzepte: Professor Alexander Eichenlaub zeigt den Studenten Lothar Fiebig, Martina Wilhelm und Almut Stock das Modell mit dem Scherengang, der einen Konjunktur-Zyklus symbolisiert. Foto: Sommerlade

 Fuldatal. Almut Stock, Martina Wilhelm und Viktoria Paraskevopulu waren sich von Beginn an einig: Als die drei Architektur-Studentinnen im Rahmen ihres Projekts „Museum Währungsreform 1948“ zum ersten Mal die historischen Räume im Haus Posen in der ehemaligen Fritz-Erler-Kaserne besichtigten, waren sie fasziniert: „Aus dem Haus Posen lässt sich viel machen“, fand das Trio.

Die drei Studentinnen des dritten Semesters bildeten gemeinsam eine von vier Projektgruppen, die sich mit der künftigen Nutzung des Hauses Posen beschäftigten. Die Bedeutung des Tagungsorts des Währungsreform-Konklaves war dabei allen Studierenden bewusst. „Das Haus Posen ist ein bedeutsamer Ort für die deutsche Geschichte“, so Wilhelm.

Die Anregung zum Projekt gab Professor Alexander Eichenlaub. „Das Museum hat eine Seele. Und diese Seele heißt Bernd Niesel“, so Eichenlaub. „Doch was wird sein, wenn der Museumsleiter seine Tätigkeit einmal nicht mehr ausführen kann? Es wäre sehr schade, wenn die Museumsarbeit dann beendet würde.“

Das sieht auch Almut Stock so. „Das Konzept muss so gestaltet sein, dass die Besucher wesentliche und spannende Inhalte auch selbst erkunden können. Das soll eine ausführliche Führung allerdings nicht ersetzen.“ Das Modell der 24-Jährigen und ihrer Mitstudentinnen sieht eine Nutzung des gesamten Gebäudes vor. Momentan befindet sich das Währungsmuseum nur im Dachgeschoss des Hauses. „Inhaltliche Schwerpunkte liegen auf der Währungsreform von 1948, es werden aber auch andere Themen der 40er- und 50er-Jahre behandelt“, erklärt Wilhelm.

Das Dachgeschoss war seinerzeit der Haupt-Tagungsort der Währungsexperten. Diese Situation wollten die Studentinnen möglichst realistisch nachstellen. „Konkret heißt das, dass Wände und Boden in den Originalzustand zurückversetzt werden, also weiß gestrichene Wände und ein einfacher Boden.“ Mittelpunkt des Raumes wird der große Tisch, an dem sich die zwölf Mitglieder des Konklaves zur Beratung trafen. „Wir möchten bewusst eine kühle Atmosphäre schaffen und verzichten daher auf den Austausch der einfach verglasten Fenster“, erklärt Stock.

Die eigentlichen Informationen erhalten die Besucher indes im Obergeschoss, das einen ungewöhnlichen Grundriss aufweist und bei der die Form der Wände einen Konjunktur-Zyklus darstellt. Dafür werden die Wände der vorhandenen Räume in ihrer Länge verändert. „Quasi schräg abgeschnitten“, erklärt Stock. Durch den langen Gang verengt sich der Durchgang immer mehr, bis nur noch ein „schmaler Durchschlupf“ vorhanden ist. „Das ist symbolisch und steht für die Zeit, in der die Gürtel enger geschnallt werden mussten.“ Passiert man diesen, weitet er sich allmählich wieder aus.

Lebensgefühl der 40er-Jahre

Das Erdgeschoss steht ganz im Zeichen des Lebensgefühls der 40er- und 50er-Jahre. Dort befindet sich ein Café, eingerichtet im Stil der Zeit. „Das ist eine zusätzliche Einnahmequelle und regt die Besucher an wiederzukommen.“ Zudem sieht das Konzept Räumlichkeiten für Wechselausstellungen und eine Tagespflegestation für Alzheimer-Patienten vor. „Die Lage und Ausstattung des Hauses ist geradezu ideal dafür“, fand das Trio.

Dieses und weitere Konzepte werden am Freitag, 13. April ab 19 Uhr im Fuldataler Forum der Öffentlichkeit vorgestellt.

Von Martina Sommerlade

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