Baunatal verbessert kontinuierlich Radwegenetz - Auch Nadelöhr am Bahnhof Altenbauna soll verschwinden

In einem Rutsch zum Leiselsee

Radweg wird breiter: Der Bagger der Tiefbau-Firma Franke gräbt sich in Richtung Werner-von-Siemens-Straße (im Hintergrund). Die Radroute zwischen Tramhaltestelle Albert-Einstein-Straße und Stadtpark erhält auf diesem Abschnitt Pflasterbelag. Fotos: Dilling

Baunatal. Wer mit dem Rad unterwegs ist, muss vielerorts mit weniger Komfort als Autofahrer auskommen: Statt Asphalt oder Pflaster gibt es wassergebundene Fahrbahnen, die nach starken Regengüssen mit der Zeit Spurrinnen bilden. Es gibt auch für Radler freigegebene Wege, die so schmal sind, dass zwei Räder kaum aneinander vorbeikommen.

Doch die Stadt Baunatal nimmt viel Geld in die Hand, um den Radlern das Leben auf ihrem (mit Wanderwegen) 65 Kilometer langen Routennetz leichter zu machen. Am Leiselsee können sich die Radler nicht beklagen: Die Stadt hat gerade ein 300 Meter langes Teilstück des Radwegs Richtung Regenüberlaufbecken Kasselweg auf 2,50 Meter Breite asphaltieren lassen. Nächstes Frühjahr sollen 300 weitere Meter auf dieser Route Richtung Großenritte dazukommen. „Richtig edel ist der Weg jetzt“, sagte gestern ein Radler aus Fuldabrück, der dort bei strahlendem Sonnenschein unterwegs war. Auf Asphalt fahre es sich viel leichter als auf der wassergebundenen Decke, meinte der Mountainbike-Fan.

Im Bereich der Tramhaltestelle Albert-Einstein-Straße können sich Radfahrer ab Ende November auf bessere Fahrbahnverhältnisse freuen: Bis dahin soll die Radwegeverbindung, die weiter bis zum Stadtpark führt, bis zur Werner-von-Siemens-Straße verbreitert und mit Pflastersteinen befestigt werden. Jahr für Jahr investiere man 75 000 Euro in die Verbesserung des Radwegenetzes, sagt Dirk Eskuche von der Tiefbauabteilung des Rathauses. Jedes Jahr gebe es im Haushalt der Stadt abwechselnd 50 000 und 100 000 Euro dafür. Hinzukämen jährlich 30 000 bis 40 000 Euro an Unterhaltungskosten für in die Jahre gekommene Radwege. Eskuche machen dabei vor allem die Routen sorgen, die unmittelbar am Fahrbahnrand von Bäumen gesäumt sind. „Nach zehn bis 15 Jahren arbeiten sich deren Wurzeln bis zur Fahrbahndecke vor“, sagt Eskuche.

Die Projekte am Leiselsee und an der Von-Siemens-Straße kosten allein 112 000 Euro.

Blick in Richtung Kassel

Ein weiteres Vorhaben kann die finanziell relativ gut gepolsterte Stadt allerdings nicht im Alleingang stemmen: Die Beseitigung des Radweg-Nadelöhrs nach Kassel am Bahnhof Altenbauna würde glatt eine halbe Million Euro verschlingen. So viel kostet es nach Schätzung der Rathausverwaltung, um die Unterführung für Radler und Gehbehinderte barrierefrei umzubauen. Deshalb hat man jetzt erst einmal Fördermittel beantragt.

Ein Konzept der Bürgerbeteiligung sorgt dafür, dass nur Geld für Radwege ausgegeben wird, wo es wirklich notwendig ist. Seit 2005 berät eine ehrenamtliche Projektgruppe Radwege die Stadtverwaltung und gibt laufend neue Anregungen. Ingo Koch ist Radwegebeauftragter. 2007 sei dieses Konzept sogar mit dem bundesweiten Velo-City-Preis prämiert worden, berichtet Pressesprecher Thomas Briefs. Die gute Qualität von Radwegen spiele auch für den Tourismus eine wachsende Rolle. Man plane mit dem Stadtmarketing einen Radwege-Plan zu erstellen.

Doch nicht nur Freizeit-Pedalritter freuen sich über bequeme Radwege. „Bis zu 250 Mitarbeiter kommen täglich mit dem Fahrrad zur Arbeit. In den Sommermonaten sind es teilweise mehr als doppelt so viele“, sagt Dirk Wiegand, Leiter des Werkschutzes im Volkswagenwerk Baunatal. Man unterstütze die radelnden Mitarbeiter durch Fahrradständer nahe den Werkstoren und mit speziellen Spinden.

Von Peter Dilling

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