Feuerwehr-Training in Fuldabrück: Auch die Rettung eines Waldarbeiters wurde geübt

Einen Ast mitten im Bauch

Bei der Übung ging es um einen Arbeitsunfall im Wald: Ein Forstwirt, der einen drei Meter langen Ast im Körper stecken hatte, sollte gerettet werden. Dazu musste der aus dem Körper ragende Stamm zunächst abgesägt werden. Danach mussten die Einsatzkräfte den Verletzten vom Unfallort über einen steilen Hang in Sicherheit bringen. Foto: Büntig

Fuldabrück. Bei einer Übung in Fuldabrück haben 40 Aktive der Freiwilligen Feuerwehr und Sanitäter des Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Kassel-Nordhessen gemeinsam für den Ernstfall geprobt.

Übung aller Ortsteile

Das Zirkeltraining umfasste sechs realistische Unfalldarstellungen mit „Verletzten“, die von Angehörigen der Jugendfeuerwehr dargestellt wurden. Es wurden alle denkbaren Einsatzszenarien durchgespielt: ein Gebäudebrand und die Rettung aus verqualmten Räumen, ein Arbeitsunfall im Wald, die Rettung in steilem Gelände und aus Schächten. Weiteres Szenario war ein Gefahrgutunfall. Den Abschluss bildete eine Großübung mit einer Explosion und zehn Verletzten. Dabei waren die Einsatzkräfte noch einaml voll gefordert.

An jeder Station kontrollierten Beobachter der Wehr und des ASB den Ablauf und gaben im Anschluss direkt ihre Bewertung ab. „Es war durchweg positiv, aber natürlich gibt es Dinge, die verbesserungsfähig sind. Aber deshalb machen wir das ja“, sagte Beobachter Peter Semmelroth.

Nach einer Übung in kleinerem Umfang vor drei Jahren entstand die Idee für die große Übung vor einem halben Jahr. „Acht Wochen lang haben wir die Übung intensiv vorbereitet“, berichtete Martin Bugiel, Wehrführer von Denn- und Dittershausen. Er hatte diese aufwendige Übung gemeinsam mit Lehrrettungsassistentin Nina Zängerle organisiert und umgesetzt.

„Ein ganz wichtiges Ziel ist es, die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Hilfsorganisationen zu optimieren, die ja bei den alltäglichen Übungen nicht zusammen sind“, erläuterte Zängerle.

Teilnehmer zufrieden

„Wir konnten voneinander lernen, und jeder hat für sich etwas Wichtiges mitgenommen“, so der Tenor bei der Manöverkritik. Dass das Geschehen nicht einfach abgehakt wurde, zeigten die Gespräche nach dem Ende des Zirkeltrainings. Während sich die ASB-Kräfte noch in der Ausbildung befanden, nahmen bei der Feuerwehr auch alte Hasen an der Übung teil.

Als Zugführer mit 13 Jahren Erfahrung hätte Thomas Grebe als Beobachter dabei sein können, wollte sich aber auch selbst im Einsatz immer wieder überprüfen. „Wenn ich hier einen Fehler mache, kratzt das nur an meinem Ego, es kommt aber niemand zu schaden“, betonte er. „Übungen bieten im Gegensatz zum Ernstfall auch die Chance, andere Herangehensweisen gefahrlos auszuprobieren.“

Der Landkreis Kassel unterstützte die Übung, indem er einens Einsatzleitwagen zur Verfügung stellte. Die Gemeinde übernahm die Kosten für Essen und Getränke.

Von Sabine Büntig

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