Betreiber Tennet über Details der Planung

380.000-Volt-Trasse: Einige alte Masten verschwinden

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Landkarte hilft: Marion Landsmann (rechts) erklärte Marion und Anne Schäfer (von links), dass die neue Stromtrasse einen Mindestabstand von 400 Metern zu Wohnhäusern einhält.

Lohfelden/Söhrewald. Im Jahr 2015 will der Stromnetzbetreiber Tennet mit dem Bau der neuen 380.000-Volt-Stromtrasse im östlichen Landkreis beginnen. Im Vorfeld des Planfeststellungsverfahrens informiert Tennet in mehreren Veranstaltungen die Bürger über Details des Trassenverlaufs.

So auch in Söhrewald, wo etwa 100 Männer und Frauen der Einladung des Trassenbetreibers in die Welleröder Gaststätte „Zur Söhrebahn“ folgten.

Die Informationsoffensive des Unternehmens sei bei den Bürgern gut angekommen, sagte Markus Lieberknecht, Sprecher von Tennet. Es habe lediglich einige Korrekturwünsche von Landwirten aus Vollmarshausen und Wellerode für das Setzen der Masten für die Stromtrasse auf ihren Äckern gegeben. Die würden nun geprüft.

45 Masten

Tennet will 45 Masten zwischen Niestetal und Guxhagen aufstellen. Diese haben einen Platzbedarf von je acht bis 14 Quadratmetern pro Fuß. Gleichzeitig fallen aber die vorhandenen Masten der 110-kV-Bahnstromtrasse weg. Denn diese wird in die neue Tennet-Trasse integriert. Die Deutsche Bahn habe bereits zugestimmt, sagte Lieberknecht. Das wurde von vielen Bürgern begrüßt.

Markus Lieberknecht

Marion und Anne Schäfer, Landwirte aus Vollmarshausen, freuten sich, dass ein Mast wegkommt, der bisher in ihren Acker ragte. „Das sieht gut aus“, sagte Heinrich Bernhardt, Vollmarshäuser Landwirt, nach einem Blick auf die ausgehängten Lagepläne. Von seinem Grundstück verschwindet auch ein Mast der Bahn. Der sei schon ein Hindernis bei der Feldarbeit gewesen, sagt er.

Auch Willi Kammelter aus Söhrewald ist mit der Trassenführung von Tennet einverstanden. Es sei aber schade, dass man die älteren vorhandenen Hochspannungsmasten – eine 110 kV-Leitung von Eon und eine 380 kV-Leitung –, die Lohfeldens Wohngebiete zerschneiden und dort für Diskussionen gesorgt haben, nicht in die neue Trasse integriert habe. Dies sei aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich, sagte Lieberknecht.

Fledermäuse

Offen sei derzeit noch, wie die Tennet-Trasse im Bereich des Waldgebiets Heupel bei Vollmarshausen geführt wird, sagte der Unternehmenssprecher. Dabei werden Hessen-Forst und die Fledermäuse ein gewichtiges Wort mitsprechen. In dem Waldstück würden derzeit die Brutstätten der Fledermäuse gezählt.

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Von deren Population hängt es unter anderem ab, ob dort eine Schneise für die Trasse geschlagen werden kann, oder ob das Waldgebiet insgesamt mit Kabeln überspannt werden muss. Letzteres wäre teurer. Im Spätsommer werde darüber mit Hessen-Forst verhandelt. Der Landesbetrieb plädiere wohl wegen des drohenden Verlustes an Bäumen für eine Überspannung des Waldes.

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