Edeka-Markt soll zugunsten einer Rewe-Nahkauf-Filiale weichen

Ein Einkaufszentrum für Nieste - Fachwerkensemble steht vor dem Abriss

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Riesiger Baukörper: Das ehemalige Gasthaus „Zum Niestetal“ im Zentrum von Nieste soll abgerissen werden und die Schaffung eines neuen Einkaufszentrums ermöglichen. Teile der Gebäude wie etwa der Fachwerkbalken mit der Inschrift der Erbauer von 1835 (kleines Bild oben) sollen aber erhalten werden.

Nieste. Große Pläne für das Ortszentrum von Nieste: Das seit zwei Jahren leer stehende große Fachwerkhaus-Ensemble der früheren Gaststätte „Zum Niestetal“ soll abgerissen werden.

Die dadurch frei werdende 3000 Quadratmeter große Fläche soll zur Erweiterung des heutigen Edeka-Marktes zu einem kleinen Einkaufszentrum genutzt werden. Dessen Herzstück soll ein neuer Rewe-Nahkauf-Markt mit einer Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern werden - doppelt so viel wie der heutige Edeka-Markt.

Diese Pläne stellte Bürgermeister Edgar Paul (SPD) der Gemeindevertretung vor. Die beschloss einstimmig, den Gemeindevorstand mit den entsprechenden Verhandlungen zu beauftragen.

Zentrum neu ordnen

Auslöser des Vorhabens ist der Umstand, dass die Familie Degenhardt aus gesundheitlichen Gründen den Edeka-Markt noch in diesem Jahr schließen will. Um den Einwohnern von Nieste die Möglichkeit der Nahversorgung zu erhalten, wolle die Gemeinde gemeinsam mit der Opel Projektbau GmbH aus Diez das Zentrum des Dorfes neu ordnen, erläuterte Bürgermeister Paul.

Der Knackpunkt ist der geplante Abriss des ortsbildprägenden Gasthauskomplexes. Weil es aber kaum Möglichkeiten gebe, das riesige, zunehmend zerfallende Gebäudeensemble zu erhalten und weiter zu nutzen, rechnet der Verwaltungschef mit der Zustimmung der Landesdenkmalschutzbehörde in Marburg für den Abriss der um das Jahr 1835 erbauten Häuser an der Kasseler Straße.

Nutzbare Teile der Gebäude wie etwa die Fachwerkbalken, Schindelverkleidung, Fenster und Türen sollen dabei sorgsam gesichert und über die Börse historischer Baumaterialien bei Hofgeismar verfügbar bleiben.

An seiner Stelle könnten drei Flachdachbauten unterschiedlicher Höhe entstehen, die im Zentrum Niestes völlig neue städtebauliche Akzente setzen würden.

Neben dem größeren Lebensmittelmarkt könnten in dem neuen Zentrum ein Getränkemarkt, die Filiale eines regionalen Geldinstitutes, heimische Bäcker und Metzger, ein Post/Lotto-Shop sowie das Bürgerservicebüro Nieste auf etwa 1400 Quadratmetern Nutzfläche untergebracht werden. Die Gemeinde strebt dabei einen Mietpreis von acht bis zehn Euro pro Quadratmeter an. 45 Parkplätze sollen neben dem künftigen Einkaufszentrum entstehen.

Ziel: Fertig 1. Advent 2012

Paul nannte auch den möglichen Zeitplan: Im November soll das Konzept zwischen Gemeinde, Investor und Betreiber abgestimmt, bis Januar 2012 der Grundstückserwerb vollzogen werden.

Im Frühjahr könnte bereits mit dem Bau begonnen werden. Eröffnen soll das neue Zentrum danach bereits am 1. Advent des kommenden Jahres.

Von Thomas Stier

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