Umweltschonendes Gärtnern

Familie Blankenberg hat einen blühenden Bauerngarten geschaffen

Fuldatal. Im Gewächshaus leuchten die Paprikaschoten um die Wette, auch die Tomaten bekommen bereits Farbe: Rosel und Werner Blankenberg haben ihren Grund und Boden in Rothwesten in einen blühenden Bauerngarten verwandelt, in dem sie auch Obst und Gemüse anbauen.

Selbst für erfahrene Hobbygärtner war das Jahr eine Herausforderung, bestätigt Rosel Blankenberg auf Nachfrage. „Die meisten Frühlingsblüher sind kaputt, wie vielfach auch die erste Saat der Landwirtschaft. Sie hatten schon ausgetrieben, als es nochmal Frost gab“, erläutert sie. Damit das Ehepaar sich im Frühjahr wieder an Osterglocken und Co. erfreuen kann, muss es nun im Herbst neue Blumenzwiebeln setzen. Auch die Rosen und die Hortensien waren sehr weit zurückgefroren, haben sich aber wieder erholt.

Seit 1910 gehören das Grundstück und das Haus, das zuvor die erste Schule von Rothwesten war, der Familie. Im Laufe der Jahre haben Rosel und Werner Blankenberg so manchen Gartentipp ausprobiert. An die Obstbäume pflanzen die 71-Jährigen Kapuzinerkresse, um Läuse fernzuhalten. Mit dem selbst gebauten Insektenhotel wurden Brutplätze für Nutzinsekten geschaffen. Der mit Holzwolle gefüllte Blumentopf, der verkehrt herum im Apfelbäumchen hängt, dient den Ohrenkneifern, die gern Schädlinge vertilgen, als Schlafplatz.

Bauerngarten in Fuldatal-Rothwesten bei Familie Blankenberg

Urlaub ist für das Ehepaar, das vier Kinder und drei Enkel hat, im Sommer nicht drin. Schließlich muss ständig gegossen werden.

Die Oleanderbüsche brauchen bei großer Hitze sogar zweimal am Tag Wasser. „Ich überwintere sie im Keller, lasse sie aber bis zum ersten Frost draußen“, verrät Werner Blankenberg.

Bewässert wird bei den Hobbygärtnern ausschließlich mit Regen- und Brunnenwasser. „Wir können bis zu 2000 Liter speichern“, sagt der gelernte Karosseriebauer, der beim Landkreis Kassel tätig war.

Sein besonderer Stolz ist der Weinstock mit den hellen Trauben, den er vor 30 Jahren pflanzte, nachdem er den ehemaligen Schweinestall zu einem Freisitz umgebaut hatte. Die Fläche, die der Wein inzwischen überspannt, misst mehr als 50 Quadratmeter.

Sollte sich doch einmal Ungeziefer einschmuggeln, empfiehlt Werner Blankenberg umweltfreundliches Spritzen mit Brennnesselbrühe. „Das haut jede Laus vom Stängel“, bestätigt seine Frau.

Bei größeren Schädlingen baut die Familie auf vierbeinige Unterstützung. Hanna, eine Main-Coon-Katze, ist inzwischen eine versierte Mäusefängerin.

Von Bettina Wienecke

Rubriklistenbild: © Wienecke

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