Obervellmarer Konfirmanden stellten Brote her – Erlös für junge Menschen in Bogota

Einsatz in der Backstube

Professionelle Hilfe: Bevor die geformten Brote in den Backofen geschoben wurden, gab Bäckermeister Kurt Ehrmann (rechts) den Konfirmanden noch einige Tipps. Fotos: Brandau

Vellmar. Gewissenhaft wiegt Franziska Schmitt den Teig ab. Die Zwölfjährige ist eine der 32 Konfirmanden, die in der Backstube des Obervellmarer Bäckermeisters Kurt Ehrmann Brot backen.

Immer wieder legt sie das Gemisch aus Roggenmehl, Wasser, Salz, Hefe und einer Prise Kümmel, das sich schwer von ihren Händen trennen lässt, auf die Wage. 500 Gramm soll jeder der 120 Laibe wiegen, den die Obervellmarer Konfirmanden für die Aktion „Brot für die Welt“ backten.

Eine gute Sache, die der Innungsobermeister der nordhessischen Konditoren gern unterstützte. Der 63-Jährige stellte den Jugendlichen nicht nur seine Backstube zur Verfügung, sondern half auch mit Rat und Tat, denn die meisten Konfirmanden wussten nicht wie Brot gebacken wird.

„Die jungen Brotbäcker sind mit Begeisterung dabei“, erklärte der Chef im Backhaus. „Brot kaufen kann jeder, doch selber backen will gelernt sein“. Ehrmann ist einer von 150 hessischen Bäckern, die sich an der Aktion der evangelischen Kirchen in Hessen beteiligen.

„Im ganzen Bundesland hatten sich 1500 Konfirmanden in 150 Backstuben eingefunden, um insgesamt 5000 Brote zu backen“, sagte Gemeindepfarrer Alfred Hocke. Bereits im Konfirmandenunterricht habe man das Thema ausgiebig behandelt. Alle waren voller Erwartung auf den Einsatz im Backhaus.

In zwei Gruppen traten die Konfirmanden an, um für den guten Zweck Brote zu backen, die nach dem Erntdankgottesdienst zu je 2,50 Euro verkauft wurden. Der Erlös der Brotback-Aktion kommt jungen Menschen in Bogota zugute, die dort in Armut leben. Die Stiftung „Gemeinsam Wachsen“ hilft ihnen, einen Schulabschluss zu erlangen und sie in der eigenen Bäckerei an eine Berufsausbildung heranzuführen.

Anstrengender Beruf

„Eine gute Sache“, meinte auch Mirco Bretthauer, „auch weil wir mal erleben können, wie Brot hergestellt wird“. Die Zutaten kannte er schon, fand den Beruf aber ganz schön anstrengend. Den Teig hatte Bäckermeister Ehrmann bereits vorbereitet und in den Ofen hatte er die geformten Brote auch geschoben.

„Ich bin überrascht, wie wenig Zutaten erforderlich sind und wie gut das Brot am Ende schmeckt“, bestätigte der 14-Jährige. „Und Spaß hatten wir auch jede Menge“. Ausgestattet mit Bäckermützen und Schürzen hatten die Jugendlichen rund zwei Stunden Zeit, die Brote herzustellen. Am Ende waren alle vom Ergebnis angetan und würden 2013 wieder mitmachen.

Von Werner Brandau

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