Ehrenamtliche der Simmershäuser Vereine und Verbände prägen Leben im Ortsteil entscheidend mit

Einsatz für Haus der Begegnung

Gespendete Sitzgelegenheiten: Rainer Haldorn (links), Vorsitzender der Vereine und Verbände von Simmershausen, und Kassenwart Heinz-Dieter Schmidt mit Stühlen, die man von der Kasseler Stadthalle bekam und die neu aufgearbeitet werden müssen. Im Hintergrund die Schneeganshütte. Fotos: Schräer

Fuldatal. Sie sind eine rührige Gemeinschaft in Simmershausen. Ihre Mitglieder retten, bergen, tanzen, säen, schießen, treiben Sport, machen Musik oder spielen Schach. Acht Vereine und Verbände haben sich in einem übergeordneten Gremium zusammengeschlossen und prägen das dörfliche Leben im Ortsteil entscheidend mit.

Nicht nur durch Veranstaltungen für die Menschen im Ort und darüber hinaus (siehe Hintergrund), wie Rainer Haldorn und Klaus-Dieter Schmidt betonen. Haldorn vom TV Simmershausen ist seit 1997 Vorsitzender der Vereine und Verbände, Schmidt vom Schachclub Fuldatal führt seit 27 Jahren die Kasse des Zusammenschlusses.

Auch die Teilnahme an der Aktion Unser Dorf hat Zukunft sei aus der Arbeit der Vereine und Verbände hervorgegangen, sagt Haldorn. Daher fühlen sich er und seine Vorstandskollegen auch für die Dorferneuerung und deren Hauptprojekt, das Haus der Vereine, mitverantwortlich. Das gehört noch dem Landkreis Kassel, der es der Gemeinde übereignen will.

Dessen Umbau zu einem Haus der Begegnung stocke jetzt wegen der festgestellten Schadstoffbelastung im Innern und möglicher Sanierungskosten. „Seit 2008 haben wir Ehrenamtliche viel Zeit in das Projekt gesteckt. Jetzt ist alles in Frage gestellt“, meint Haldorn.

Erst vergangene Woche fand eine zweite Vergleichsmessung in den Räumen des TV Simmershausen statt, um die Luftbelastung mit Formaldehyd zu ermitteln. Im Oktober 2010  hatte Umweltberater Hans-Joachim Marciniak erste Werte ermittelt, die oberhalb des Richtwertes lagen. Formaldehyd kann krebsauslösend sein. Noch ist die Schadstoffquelle nicht bekannt. Und auch die Werte der zweiten Messung liegen noch nicht vor.

Anders die Situation bei einem zweiten Gebäude, der Schneeganshütte. Die Freizeitanlage mit Festraum, Toiletten, Küche und separatem Grillhäuschen wird von den Vereinen und Verbänden betrieben, gepflegt und instand gehalten. 2006 hatte man mit der Gemeinde als Eigentümerin einen Nutzungsvertrag über 15 Jahre abgeschlossen. Ab 2021 könnten sich Haldorn und Schmidt durchaus vorstellen, dass die Ehrenamtlichen die Hütte komplett übernehmen.

Als „meistvermietetes Gebäude in Fuldatal“ trage sich die Schneeganshütte durch die erzielten Einnahmen, sagt Haldorn. Was darüber hinaus erwirtschaftet werde, wandere in den Erhalt der Anlage, sagt Schmidt. Dennoch sei man auf Spenden angewiesen, wie jene 120 ausgemusterten Stühle aus der Kasseler Stadthalle. Die werden derzeit von den Vereinen und Verbänden instand gesetzt, denn „sie gehen im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Leim“, sagt Haldorn.

Von Michael Schräer

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