Hans-Dieter Baller ist neuer Vorsitzender des Denkmalbeirates im Landkreis

Einsatz für die Originale

Im Südkreis unter Denkmalschutz: Die Kirche im Schauenburger Ortsteil Elmshagen mit ihrer Fassade aus Fachwerk und grauem Stein. Foto: Archiv/nh

Kreis Kassel. Denkmale sind für Hans-Dieter Baller von Menschen errichtete Originale. Sie müssen nicht schön sein, „das ist nicht das Kriterium“. Das Spannende an schützenswerten Häusern, Brücken, Stadtmauern oder auch Burgruinen sei, dass nur an ihnen die Handwerkskunst und die Bauweisen verschiedener Zeiten und Kulturen zu sehen seien.

Diese historisch wertvollen Originale beschäftigen den Bauingenieur beruflich und ehrenamtlich. Hans-Dieter Baller wurde jetzt zum Vorsitzenden des Denkmalbeirates im Landkreis Kassel gewählt.

„Eine ehrenvolle Sache“, meint der Ahnataler, der dem Gremium bereits seit 1988 angehört. Mit der Sicherung historischer Bauten befasst sich der 60-Jährige allerdings schon seit seinem Studium an der Technischen Hochschule in Braunschweig. „Ich hatte das Glück, dass dort Prof. Klaus Pieper lehrte, einer der Ersten, die an der konstruktiven Sicherung von historischen Bauten gearbeitet haben“, sagt Baller.

Als Vorsitzender des Denkmalbeirates will der Bauingenieur ein Ziel verfolgen, das ihm besonders am Herzen liegt. So sollen die „riesige Zahl an Fördervereinen für Einzelobjekte“ und Eigentümer von Denkmalen zusammengebracht werden. Damit, so hofft der 60-Jährige, der selbst Vorsitzender des Vereins für Denkmalpflege Mönchshaus Espenau ist, könne der Schutz historisch wertvoller Bausubstanz noch mehr den „Charakter einer Gemeinschaftsaufgabe“ bekommen. Mit praktischen Vorteilen für die Betroffenen, die zum Beispiel über Gruppenverträge günstiger Baumaterial beschaffen oder Versicherungen abschließen könnten.

Im Landkreis gebe es um die 4000 Denkmale. Jedes Jahr gingen 15 bis 25 verloren. Zum Beispiel durch Feuer, durch Einsturz nach jahrelanger Vernachlässigung, durch Schädlingsbefall, durch Umbauten der Nutzer oder durch Veränderungen im Umfeld. „Ein Fachwerkhaus auf einer Verkehrsinsel ist als Denkmal nicht mehr wahrnehmbar.“

Historisch Wertvolles zu erhalten bedeute immer Einzelfall-Entscheidungen. Das A und O sei, eine Nutzung für das Denkmal zu finden, „sonst zerfällt das Gebäude“. So sei Denkmalpflege mehr und mehr Projektentwicklung. Dies sei bei alten Scheunen und Ställen in alten Ortskernen ohne wirtschaftende Landwirte schwer. Nicht jedes Haus könne Heimatmuseum oder Altenbegegnungsstätte werden. Manchmal gebe es den Glücksfall, dass sich nach Jahren des Leerstands ein Interessent finde. Wie beim Gutshof Frommershausen, nach Sanierung Wohngebäude und Firmensitz. Oder wie bei der Siebert-Mühle in Obervellmar,wo die Eigentümer Nebengebäude in Wohnungen umwandelten.

Denn nach richtiger Vorplanung und intensiven Voruntersuchungen könne ein Denkmal auch kostengünstig und mit gutem energetischen Standard saniert werden, meint der Experte. ARTIKEL RECHTS, HINTERGRUND

Von Michael Schräer

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