Baunataler Parkstadion

Einsatzkräfte retten bei Katastrophenschutzübung 20 verletzte Personen

Baunatal. Es sollte eine spaßige Fahrt in die Ferien werden. Doch als der Traktor mit den Jugendlichen im Anhänger die Kreuzung passiert, taucht plötzlich ein weißer Kleinwagen auf. Mit voller Wucht prallt das Auto auf den Anhänger, der sofort auf die Seite kippt.

Er begräbt einen Jugendlichen unter sich, andere werden hinaus geschleudert. Ein solches Szenario ist den Feuerwehren in Baunatal und Schauenburg bisher glücklicherweise erspart geblieben. Trotzdem will man für den Ernstfall gerüstet sein. Deshalb fand am Samstag eine Katastrophenschutzübung am Parkstadion statt.

Um 15 Uhr ertönten die Funkmelder der Einsatzkräfte. „Verkehrsunfall, eingeklemmte Personen in Baunatal am Stadion“, meldete die Leitstelle in Kassel. Wenige Minuten später traf der erste Rettungswagen vom Katastrophenschutzzug des ASB Regionalverband Kassel-Nordhessen am Unfallort ein. Kurz darauf heulten überall die Martinshörner auf. 15 Feuerwehr- und Rettungswagen postierten sich am Stadion. Kathrin Faust und ihre Feuerwehrkollegen eilten zur Unglücksstelle. „Man kennt nur den Einsatzbefehl. Wenn man dann hier ist, gehen einem tausend Sachen durch den Kopf“, sagte Faust. Mirko Gibhardt, Wehrführer in Altenritte, beobachtete jeden Schritt der Einsatzkräfte. Denn Ziel der Übung sei es, herauszufinden, wie Baunataler und Schauenburger Wehren zusammenarbeiten. Auch die Kooperation mit dem ASB werde geprüft.

Die größte Schwierigkeit stellte für die rund 100 Einsatzkräfte vor Ort die hohe Zahl der Verletzten dar. „Das ist etwas Neues für die Kollegen“, weiß Gibhardt. Melissa Daghan von der Jugendfeuerwehr aus Großenritte schlüpfte in die Rolle einer Schülerin mit einer Kopfverletzung. „Ich kann mich an nichts mehr erinnern“, sagte sie zu einem Sanitäter.

Zur Rettung der Pkw-Insassen öffnete die Feuerwehr die Türen des Wagens mit einem Rettungsspreizer. Den schweren Anhänger hievten die Einsatzkräfte hoch, um einen eingeklemmten Jugendlichen zu bergen.

Nach der Übung zog Gibhardt Bilanz: „Ich bin insgesamt zufrieden mit der Leistung.“ Verbessern müsse man beispielsweise noch die Kommunikation der Einheiten untereinander sowie die patientenorientierte Rettung.

Fotos: Katastrophenschutzübung in Baunatal

Katastrophenschutzübung in Baunatal

Rubriklistenbild: © C. Hartung

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.