Gasthaus Regenbogen in Vellmar soll abgerissen werden – Mediziner aus Volkmarsen stellt Pläne vor

Einst Hotel, bald Ärztehaus

Ansicht von der Holländischen Straße: Wie jetzt auch schon beim ehemaligen Hotel, soll der Eingang auch beim neuen Ärztehaus an der Holländischen Straße bleiben. Illustration: privat

Vellmar. Es ist ein bisschen Herzblut, das bei Jürgen Regenbogen fließt: Nachdem das gleichnamige Hotel an der gleichnamigen Kreuzung in Vellmar gut eineinhalb Jahre leer stand, ist es nun verkauft worden. Noch in diesem Jahr soll das alte Gebäude abgerissen und damit begonnen werden, ein neues hochzuziehen - einziehen werden dann Ärzte.

Das bestätigte unserer Zeitung der Arzt Dr. Andreas Dingel aus Volkmarsen (Waldeck-Frankenberg). Er hat das ehemalige Hotel Regenbogen erworben und möchte dort ein Ärztehaus errichten. „Ein Chirurg aus Kassel ist an mich herangetreten, er wollte eine chirurgische Praxis eröffnen.“ In Vellmar fehle seit einem Jahr ein solches Angebot, weshalb Dingel Ja gesagt hat zu einer Kooperation. Eine Praxis allein könne sich jedoch kein Mediziner mehr leisten, weshalb sich mehrere Ärzte verschiedener Fachrichtungen ansiedeln sollen.

„Neben dem Chirurgen ziehen auch zwei Allgemeinärzte aus Vellmar mit ein.“ Die besäßen jetzt eine Gemeinschaftspraxis, die aber viel zu klein sei. Wer die anderen Praxen bekäme, sei noch offen. „Da muss man schauen, dass es keine Richtung doppelt gibt“, sagt der Arzt aus Volkmarsen. Insgesamt stehen nach dem Neubau sechs Praxen zur Verfügung.

Losgehen kann es mit dem Bau des dreigeschossigen Gebäudes aber erst, wenn der Bauantrag vom Landkreis durchgewinkt worden ist. „Der ist noch im Verfahren“, erklärt Vellmars Bürgermeister Dirk Stochla (SPD). Dadurch aber, dass Dingel bereits im Vorfeld einen Bauvorantrag gestellt habe und der Bescheid positiv ausfiel, sind sich sowohl Stochla als auch Dingel einig, dass schon nichts mehr schiefgehen wird. „Aufgeregt bin ich aber trotzdem“, sagt Dingel.

Der Neubau soll zumindest an der Bahnhofsstraße nicht ganz so nah an der Straße stehen wie das jetzige Gebäude. So bleibt ein bisschen mehr Platz für den Bürgersteig. „Das erste Geschoss ragt dann aber raus“, sagt Dingel. Jede Etage werde mit einem Fahrstuhl erreichbar sein, in den nicht nur Rollstuhlfahrer, sondern auch Patienten auf Liegen hineinpassen. Zudem soll sich das Gebäude energetisch selbst versorgen: „Die Planungen sehen Solarzellen für die Stromversorgung und eine Luftwärmepumpe vor.“ Und noch etwas verspricht Dingel: „Der Name Regenbogen kommt auf jeden Fall irgendwie im Namen des Ärztehauses mit vor.“

Was der Abriss und der Neubau kosten werden, verrät Dingel nicht: „Wenn ich das laut ausspreche, falle ich um.“ Man könne sich bei einer Fläche von 17 000 Quadratmetern aber ausrechnen, dass von einem Millionenbetrag die Rede ist. Zudem müssten mehr als 50 Parkplätze vorgehalten werden, weswegen auch das Nachbargrundstück an der Holländischen Straße gekauft worden sei.

Von Constanze Wüstefeld

Diskussion um die Kreuzung Regenbogen

Das ehemalige Hotel Regenbogen ist schon seit Jahren Gegenstand von Diskussionen in Vellmar. Grund: Die Regenbogenkreuzung ist viel befahren, die Vellmarer CDU hat deshalb immer wieder einen Kreisel ins Gespräch gebracht. Dafür hätte das Hotel abgerissen werden müssen, um einen fünften Arm des Kreisverkehrs, die Heckershäuser Straße, an den Kreisel direkt anschließen zu können. Das stieß nicht überall auf Zustimmung: Skeptiker befürchteten, die Verkehrssituation würde sich durch die notwendigen Zufahrten und die Fußgängerwege eher verschärfen. Auch Hessen Mobil, das für den Bau des Kreisels zuständig wäre, meldete angesichts der komplizierten Ausgangssituation mit fünf notwendigen Zufahrten und den dadurch hohen Kosten Bedenken an. (cow)

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