ADAC fordert größere Parkplätze: Moderne Autos sind breiter geworden

Bekommt die Tür kaum auf: Wie Tobias Novak (Foto) geht es vielen, die ihr Auto zum Beispiel auf dem Parkdeck am Vellmarer Rathaus abstellen wollen. Die Gefahr, ein anderes Auto zu beschädigen, ist hier groß. Fotos: Ziemann

Vellmar. Beulen, Kratzer und Schrammen am Auto - oft entstehen sie beim Ein- oder Ausparken. Daran ist nicht immer die Unfähigkeit der Autofahrer schuld. Viele Parkplätze sind einfach zu eng.

Der ADAC empfiehlt 2,50 Meter breite Parkplätze und fordert, diese Vorschrift in die Garagenverordnung aufzunehmen. Aktuell sind 2,30 Meter vorgeschrieben. Ältere Parkplätze, wie zum Beispiel die auf dem Parkdeck am Vellmarer Rathaus, sind sogar nur 2,20 Meter breit. „Das Aussteigen bei solch engen Parklücken ist aus einem Mittelklassewagen schon sehr schwierig“, sagt Johann Nowicki vom ADAC. „Bei einem Coupé, das sehr lange Türen hat, fast unmöglich.“

Nur 40 Zentimeter Abstand: Dicht an dicht stehen die Autos auf den 2,20 Meter schmalen Parkplätzen auf dem Vellmarer Parkdeck.

Das Park-Problem ist in Vellmar bekannt. „Wenn das Parkdeck saniert wird, werden die Plätze ummarkiert, auch wenn dadurch ein paar verloren gehen“, sagt Wolfhard Eidenmüller vom Verwaltungsbereich Ordnung und Sicherheit im Vellmarer Rathaus. Unfälle auf dem Deck seien ihm zwar nicht bekannt, es komme aber öfter zu Beschwerden. Sonst seien in Vellmar alle Parkplätze mindestens 2,30 Meter, die neueren am Festplatz, im Bereich Dörnbergstraße und die Park-and-ride-Parkplätze bereits 2,50 Meter breit, erklärt Eidenmüller.

Der Bundesverband Parken hat zu diesem Thema eine Studie erarbeitet. Das Ergebnis: In den vergangenen zehn Jahren habe sich die Fahrzeugbreite um durchschnittlich 15 Zentimeter verbreitert, erklärt Nowicki. Ein Mercedes der S-Klasse zum Beispiel messe mit Außenspiegeln 2,13 Meter.

Sein Vorschlag: Alle Parkplätze, die schmaler als 2,50 Meter seien, sollten mit einem Schild kenntlich gemacht werden, um zu signalisieren, dass diese nur für Kleinwagen geeignet seien. Neben den Breiten der Autos sei auch der demografische Wandel zu beachten. „Die Bevölkerung wird immer älter, viele kommen wegen ihrer eingeschränkten Beweglichkeit nicht mehr aus ihrem Auto heraus“, heißt es beim ADAC.

Auch in anderen Gemeinden und Städten ist das Parken ein Thema. In Fuldatal seien im Moment alle öffentlichen Parkplätze 2,30 Meter breit, erklärt Uwe Vondermühl, stellvertretender Ordnungsamtsleiter der Gemeinde. Man werde sich auch in der Zukunft an der Garagenverordnung orientieren. „Wenn der Rathausparkplatz mal saniert wird, werden die Plätze dann der bis dahin geltenden Garagenverordnung angepasst und ummarkiert“, verspricht Vondermühl.

In der Stadt Baunatal ist vor Jahren die Parkgarage am Omnibusbahnhof renoviert worden. „Die Parkplätze wurden bei der Sanierung gleich ummarkiert und verbreitert“, sagt Roger Lutzi, Pressesprecher der Stadt Baunatal.

Viel Platz in Kaufungen

Die Gemeinde Kaufungen muss in Zukunft erst mal keine Parkplätze ummarkieren. „Alle öffentlichen Parkplätze sind mindestens 2,50 Meter breit oder gar nicht markiert“, erklärt Bauamtsleiter Jürgen Christmann. Die Stellplätze Auf dem Kampe in Oberkaufungen sind sogar 2,65 Meter breit.

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