Hobbygärtner Hans-Jürgen Bartsch aus Baunatal pflegt in seinem Kleingarten eine Vielzahl edler Pflanzen

Eintauchen in die Welt der Rosen

Genießt die Pracht: Hans-Jürgen Bartsch in seinem Kleingarten in Altenbauna, in dem er 50 bis 60 verschiedenen Rosenarten gepflanzt hat, die derzeit in Blüte stehen. Fotos: Schräer

Baunatal. Rosen sind die große Leidenschaft von Hans-Jürgen Bartsch und dessen Ehefrau Ursula, die alle nur als Uschi kennen. Seinem Hobby widmet sich das Paar auf einer 450 Quadratmeter großen Parzelle im Kleingärtnerverein Baunatal 1.

Stammrosen, Busch-, Strauch-, Kletter- und auch Wildrosen gibt es im Garten des 71-jährigen ehemaligen Eisenbahnbetriebsleiters im VW-Werk. 60 bis 70 Pflanzen verschiedener Sorten, durchgezählt hat sie Bartsch nicht, stehen in unterschiedlichen Bereichen. In der Regel suche seine Frau die Pflanze aus, danach, „was nach Form und Farbe passt“, und lege den Standort fest. „Ich bin dann der Gärtner“, sagt er.

Und der hat genug zu tun, denn „immer wieder mal wird der Garten umgestaltet“. In dem gibt es auch andere blühende Pflanzen und einen Nutzbereich, der sich „hinter Rosen versteckt befindet“. Veränderungen gibt es ständig im Kleinen, gab es aber auch im Großen. Denn Bartsch gehörte zu jenen, die wegen des Straßenbahn-Baus zum Hessentag 1999 ihren ursprünglichen Garten aufgeben und an anderer Stelle alles neu aufbauen mussten.

Damals sei es losgegangen mit den Rosen, erinnert sich der gebürtige Berliner, der 1945 als Flüchtling zunächst nach Mönchehof kam, 1967 nach Hertingshausen zog und dann nach Altenbauna umsiedelte. Für die Erstausstattung des neuen Gartens fuhr das Ehepaar Bartsch nach Steinfurth, einem Stadtteil von Bad Nauheim. Dort, wo es zahlreiche Rosenschulen gibt, wurden 15 Pflanzen gekauft.

Seitdem brachten Bartsch von jeder Urlaubsreise eine stachelige Pflanze mit. Kein Problem, da sie mit dem Auto vorrangig in Deutschland, aber auch in Frankreich, Österreich oder Italien unterwegs waren. Und noch heute „wird an jedem Zielort grundsätzlich eine Gärtnerei besucht“, sagt Hans-Jürgen Bartsch.

Gefüllt: In zartem Rosa blüht dieses Exemplar.

Auch außerhalb des Urlaubs ist das Paar auf Erkundungstour in Sachen Rosen. An jedem Wochenende im Sommerhalbjahr werden Fachbetriebe oder Gartenmärkte abgeklappert. Nicht unbedingt etwas gekauft. „Aber man behält den Überblick und findet immer mal was Neues.“

Und das ist auch gut so, denn selbst bei so erfahrenen Rosenliebhabern gehen Pflanzen ein. Zum Beispiel im strengen Winter 2011/2012, erinnert sich der 71-Jährige. Durch lange Kälte und Trockenheit „haben wir 25 Stück verloren“. Unlängst war erst ein Exemplar der Sorte Westerland eingegangen. Da das Paar oft auf Sylt Urlaub macht, ist die Westerland eine der Lieblingsrosen und soll neu gekauft werden.

Absoluter Favorit des gebürtigen Berliner und Wahl-Baunataler Rosenfreundes ist aber „Mein München“, einer Edelrose, rot-gelb blühend mit leichtem Duft, 1987 von einem Engländer gezüchtet.

Die Rosen von Hobbygärtner Hans-Jürgen Bartsch

Einige Tipps des Rosenfreundes

Tipps des Rosenfreundes Hans-Jürgen Bartsch aus jahrelanger Erfahrung:

• Das Pflanzen von Rosen: Bartsch mischt vorher die Pflanzerde mit der des Standortes, gibt Hornspäne und etwas Rosendünger dazu. Wo zuvor eine Rose gestanden hat, sollte einige Jahre keine mehr gepflanzt werden, es sei denn, man nimmt einen großen Bodenaushub vor.

• Beschneiden 1: Nach der Blüte bis zum ersten oder zweiten fünfblättrigen Trieb schneiden, dann treibt die Rose zur zweiten Blüte wieder aus. Vor der Blüte düngen, aber nicht zu spät im Jahr, Frost könnte Triebe schädigen.

• Beschneiden 2: Im Herbst schneidet Bartsch die Pflanzen nur schwach zurück, der starke Schnitt erfolgt erst im Frühjahr, weil man dann sieht, wie weit die Pflanze runtergefroren ist. Vor dem Winter bis über die Veredelungsstelle anhäufeln. (mic)

Von Michael Schräer

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