Bei den Waldjugendspielen lernten Schauenburger Schüler, wie spannend die Pirsch im Forst ist

Eisvogel und Schwalbe auf der Spur

Viel Gefiedertes auf einem Fleck: Schüler der Grundschule Hoof mussten die Vögel unserer Region ihrem Lebensraum in Feld, Wald und Flur zuordnen. Fotos: Dilling

Schauenburg. Stare, Rauch- und Mehlschwalben, Grünspecht, Buntspecht und Fasan: Auf einem Tapeziertisch auf dem Gelände der Baunataler Modellflieger ist an diesem Morgen alles versammelt, was in der Region fliegt, allerdings nur als Kunststofffiguren.

„Und wo ist der Eisvogel?“, fragt Jonas (10) von der Grundschule Hoof. Ludwig Fingerling, Vogelexperte des Naturschutzbundes (NABU), nickt anerkennend. „Klar, den haben wir hier auch, an der Bauna beispielsweise“, sagt er. Dieser Vogel diene einer großen deutschen Brauerei sogar als Werbestar, ergänzt der Vogelexperte.

Über 100 Schüler der dritten und vierten Klassen der Schauenburger Grundschulen haben sich auf die Waldjugendspiele von Hessen-Forst im Unterricht gut vorbereitet. Doch was ist die Theorie im Unterricht gegen die Praxis? Die Pirsch im Wald wird spannend, als Waldpädagoge Heinz-Jürgen Schmoll zwei Maikäfer entdeckt und einfängt. Fasziniert beobachten die Schüler aus Elgershausen, wie einer der Käfer seine Flügel mit Blut „aufpumpt“ und dann davonschwirrt.

Waldjugendspiele, das ist eine Mischung aus Spaß, Spiel und Naturkundeunterricht im Freien. Das Interesse der Schulen sei seit Jahren gleichbleibend hoch, sagt Schmoll. Wichtig seien diese Exkursionen, weil diese Grundschüler später einmal entscheiden würden, wie es mit dem Wald und seiner Pflege weitergehe. Bei den Waldjugendspielen lernen die Kinder, dass der Forst ein Erlebnis-, Erholungs- und Wirtschaftsraum zugleich ist. Das sei der Wald schon seit Tausenden von Jahren, sagt Schmoll.

An zehn Stationen lernten die Schüler den Wald spielerisch kennen. Die Hessenjäger, Mitarbeiter der Ameisenschutzwarte Schauenburg, Forstbeamte, Lehrer und Eltern begleiteten die Kinder auf ihrer Pirsch: Dazu gehörten der Gang durch eine Streuobstwiese, das Besteigen eines Hochsitzes der Jäger und das Bestimmen von Baumarten.

Die Kinder lernten auch spielerisch, wie wichtig es ist, die Lebensgrundlagen der Menschheit schonend zu behandeln: An einem gurgelnden Bach schöpften sie Wasser um die Wette und diskutierten zwischendurch, wo man im Alltag an dem kostbaren Nass sparen kann.

Der Wald ist auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Das erfuhren die Kinder an der Hütte der „Spechte“, der Schauenburger Waldjugend. Ulrich Faust von Hessen-Forst ließ die Schüler dort Stämme um die Wette zersägen.

Nach Angaben von Schmoll kommen im Rahmen der Waldjugendspiele zu den zwölf Aktionstagen von Hessen-Forst 1200 Schüler. Wichtig sei die Nacharbeit in den Klassen, damit das während der Exkursionen erworbene Wissen auch haften bleibe, sagt der Waldpädagoge.

Info und Kontakt: Hessen-Forst, Heinz-Jürgen Schmoll, Forstamt Wolfhagen, Tel. 056 92/98 98 14, 016 04 70 62 30.

Von Peter Dilling

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