Umweltfreundliche Innovation ist wohltuend leise – Einsatz als Niestetaler Express in Zukunft denkbar

Elektro-Bus auf der Ortslinie 31

Zum ersten Mal auf einer Ortslinie unterwegs: Olaf Rohde (50), zuständig für die Fahrzeugtechnik beim NVV, fuhr den Solaris-Elektrobus durch Niestetal. Fotos: Ziemann

Niestetal. Ein Bus, der komplett ohne Kraftstoff auskommt – das ist keine Zukunftsmusik mehr. Die polnische Firma Solaris stellte der Gemeinde Niestetal für einen Tag den Protoyp eines emissionsfreien Elektrobusses zur Verfügung. Er kam auf der Niestetaler Ortslinie 31 zum Einsatz, hier konnten sich die Fahrgäste einen eigenen Eindruck verschaffen.

Maria Paul aus Heiligenrode erkennt sofort einen Vorteil: „Der Bus ist viel leiser, man kann sich auf der Fahrt sehr gut unterhalten“, sagt die 80-Jährige.

Autos, die ohne Diesel oder Benzin auskommen, gibt es schon einige Jahre. Ein elektrisch betriebener Bus ist technisch aber noch einen Schritt weiter. „Ein Linienbus hält oft an, muss seine Türen öffnen und schließen und transportiert viel Gewicht“, erklärt Filip Ruszczy´nski, Regionalvertreter der Firma Solaris. „Deshalb muss das Fahrzeug viel größere Energiemengen mitführen als ein Pkw mit Elektro-Antrieb. Die Inneneinrichtung sei deshalb besonders gewichtssparend ausgeführt.

Der Solaris urbino electric bietet 29 Sitz- und 30 Stehplätze. Sein Herzstück ist ein 120 Kilowatt starker Elektro-Motor. Zum Preis für den Solaris urbino eletric will der Hersteller keine Angaben machen, doch im Moment sei er noch sehr teuer. „Wenn die Nachfrage steigt und Diesel noch teurer wird, wird der Preis sinken“, sagt Ruszczy´nski. Dass der Einsatz eines Elektrobusses auf der Ortslinie in Niestetal möglich ist, das hatte eine Machbarkeitsstudie des Fraunhofer-Instituts im Vorfeld ergeben. Sie war vom NVV und der Gemeinde Niestetal gemeinsam in Auftrag gegeben und finanziert worden. „Es müssten Anpassungen im Fahrplan vorgenommen werden, aber möglich wäre es“, meint Filip Ruszczy´nski.

Ein Gewinn für die Gemeinde wäre ein Elektro-Bus allemal. „Mit dem Einsatz des Busses würde man mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen“, sagt Niestetals Bürgermeister Andreas Siebert (SPD). Neben dem Umweltfaktor spielt für ihn auch die Lautstärke eine Rolle. „Die Ortslinie fährt durch das Wohngebiet. Wenn wir so einen leisen Bus einsetzen könnten, wäre das für die Anwohner ideal.“ Doch ob der Bus der Zukunft bald in Niestetal unterwegs ist, ist noch unklar.

„Wir in Nordhessen haben schon Schwierigkeiten, den nomalen ÖPNV zu finanzieren“, sagt Uwe Koch vom Landkreis Kassel. „Es müssen mehr Fördergelder nach Nordhessen fließen, um solche Innovationen hier einsetzen zu können.“

Von Theresa Ziemann

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