Kleinwagen mit Elektroantrieb aus Baunatal

Da ist er: Der erste E-Up von Volkswagen

Mit Elektromotor aus Baunatal: Über die Auslieferung der ersten E-Up freuten sich VW-Betriebsratschef Carsten Bätzold (hinten von links), Baunatals Bürgermeister Manfred Schaub, Uni-Präsident Rolf-Dieter Postlep, Autohauschef Peter Glinicke, Werkleiter Prof. Hans-Helmut Becker und Sparkassenvorstand Ingo Buchholz sowie die Mannschaft aus der Produktion. Foto: Kühling

Baunatal. „Das Ziel ist, dass wir alle Stadtfahrten mit diesen Autos erledigen“, sagte Kassels Uni-Präsident Rolf-Dieter Postlep. Er machte deutlich, dass hinter der Übernahme des ersten E-Up von VW für den Fuhrpark der Universität nicht etwa eine Image-Aktion steckt, sondern vielmehr ein ernsthaftes Konzept für den Einsatz umweltfreundlicher Autos.

Postlep holte am Montag gemeinsam mit Vertretern der Stadt Baunatal sowie der Kasseler Sparkasse die ersten Kleinwagen überhaupt in der Region mit dem im VW-Werk Kassel in Baunatal gefertigten Elektroantrieb ab. Ab sofort rollen die 82-PS-Autos über die Straßen.

Drei E-Up hatte die Stadt Baunatal bestellt, die Sparkasse und die Uni nahmen zunächst jeweils einen aus den Händen von Werkleiter Prof. Hans-Helmut Becker entgegen. Nach und nach wolle die Hochschule den Fuhrpark auf E-Fahrzeuge umrüsten, so Postlep. „Wir bauen demnächst auch eine Ladestation auf dem Uni-Gelände.“

In der Tat gibt es Interesse an den E-Autos von VW derzeit zunächst mal von Unternehmen und größeren Institutionen. Das bestätigten auch Peter und Florian Glinicke vom Kasseler Autohaus Glinicke. Anfragen stellten vorrangig Firmenkunden, sagen sie, reine Privatleute seien noch selten. Für alle Neugierigen hat das Unternehmen dennoch in den Verkaufsräumen am Königstor einen extra Ausstellungsbereich für den E-Up geschaffen.

Bestellen kann der Kunde VW-Fahrzeuge mit E-Antrieb in der Region bei Glinicke, beim Wolfhagener Autohaus Ostmann sowie beim Göttinger Autohaus Südhannover. Nur diese drei haben mit dem VW-Konzern entsprechende Verträge und sind mit ihrem Personal auf den Vertrieb vorbereitet. Investitionen zwischen 20 000 und 50 000 Euro kämen nämlich auf einen Händler zu, erläuterte Glinicke-Geschäftsführer Matthias Welter. „Wir mussten in Vorkasse gehen, Werkstattplätze bauen und die Mitarbeiter schulen.“

Auch die Kasseler Sparkasse will in die Elektromobilität investieren. Gerade im innerstädtischen Bereich sei der Einsatz weiterer Fahrzeuge geplant, betonte Ulf Wissemann, bei der Sparkasse für den Fuhrpark zuständig.

Derzeit werden in der neu gestalteten Halle 6 des VW-Werkes täglich bis zu 120 E-Antriebe für Golf und Up gebaut. 2010 hatte der Standort den Zuschlag für die Produktion bekommen. „Ich glaube, dass der Kasseler Mannschaft damit ein großer Coup gelungen ist“, sagte Werkleiter Hans-Helmut Becker. Die Fertigung sei für das Werk und die gesamte Region ein innovativer Schritt.

Becker machte bei allem Optimismus auch deutlich, dass die Reichweite der Elektroautos noch verbessert werden müsse. Bei den aktuellen 160 Kilometern fühle sich mancher Kunde noch unsicher. Ziel müsse eine Reichweite von 450 Kilometern sein.

Von Sven Kühling

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