In Elgershausen gingen  nur 37,16 Prozent zur Wahl

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Schauenburg. „Gut geht’s mir“, sagt Ursula Gimmler einen Tag nach ihrer Wiederwahl. Am Sonntag hat sich die 45-Jährige Christdemokratin in der Bürgermeister-Stichwahl mit 52,2 Prozent der Stimmen gegen Martin Hühne (41), Herausforderer von der SPD (47,8 Prozent), durchgesetzt.

Im Juni beginnt Gimmlers zweite Amtszeit.

Der Ausschlag für den recht knappen Vorsprung der Christdemokratin liegt vermutlich im größten Schauenburger Ort Elgershausen verborgen. Das jedenfalls meinten mehrere Beobachter der Schauenburger Kommunalpolitik – unter anderem der SPD-Spitzenkandidat für die Kommunalwahl, Rolf-Martin Barkhof. In Elgershausen war die Wahlbeteiligung mit 37,16 Prozent von allen fünf Ortsteilen der Gemeinde am schwächsten.

In Elgershausen ist die Offensive, die mit ihrem eigenen Kandidaten Gerhard Schaumburg bereits im ersten Wahlgang gescheitert war, besonders stark. Eine Wahlaussage hatte Schaumburgs Team vor der Stichwahl für keinen der beiden Kandidaten gegeben. Möglicherweise verstanden das einige Anhänger der Gruppierung so, dass sie es vorzogen, sich nicht an der Stichwahl zu beteiligen. Das könnte Hühne die entscheidenden Stimmen gekostet haben. Das sieht Gimmler allerdings anders. Sie gehe davon aus, dass die Wähler – auch in Elgershausen – eine eigene Entscheidung getroffen haben, unabhängig von irgendwelchen Empfehlungen der Parteien.

Schwieriger wird für die Bürgermeisterin die Arbeit im neu formierten Gemeindeparlament. An wechselnde Mehrheiten ist sie zwar gewohnt, die SPD ist aber gestärkt aus der Kommunalwahl hervorgegangen. Die Genossen sind mit 15 Sitzen eindeutig stärkste Kraft, die CDU hat nur noch zehn Plätze, die Offensive fünf, die Grünen vier, die FWG zwei, die Linke hat einen Sitz.

„Wir haben in den vergangenen fünf Jahren 75 Prozent der Beschlüsse einstimmig gefasst, ich bin guter Dinge, dass das wieder so sein wird“, sagt Gimmler selbstbewusst. Schauenburgs CDU-Chef Harald Starke kündigt Gespräche mit allen Fraktionen noch vor der konstituierenden Sitzung am 2. Mai an. Die CDU sei für alle Seiten offen, sagt er.

SPD-Mann Barkhof hatte die Brisanz schon am Wahlabend relativiert. „Wir werden schnell wieder auf einer sachlichen Ebene angelangen.“

„Es wird spannend“, sagt hingegen Gerhard Schaumburg von der Offensive zur Arbeit im Parlament. Und : „Ein Durchregieren der SPD wird es nicht geben.“. Monika Woizeschke-Brück von den Grünen betont, dass sich die Fraktion auf jeden Fall die Unabhängigkeit bewahren wolle. Bei allen Fragen gehe es um die Inhalte, sagt sie.

FWG-Fraktionschef Bruno Leck kündigt ebenfalls an, sich an Sachfragen zu orientieren. Ganz bewusst hätten sich die Freien Wähler vor der Wahl aus Empfehlungen rausgehalten, erläutert er.

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