Schlaubergerschau: Zuschauer lachten Tränen über die Haken der deutschen Sprache

Elkawefahrer beim Vrißör

Tränen gelacht: Marlis und Harald Blume aus Holzhausen kamen aus dem Lachen kaum heraus.

Fuldatal. Der tägliche Wahnsinn. Zum Heulen und zum Weinen. Den Untertitel des neuen Schlaubergerprogramms „Oldies glänzten am Rüssel“ nahmen die 150 Gäste im Saal des Hotel Schönewald wörtlich.

 Als die HNA-RedakteureReinhard Berger und Horst Seidenfaden ihren unterhaltsamen Mix aus sprachlichen Kuriositäten, Satire und nordhessischer Mundart präsentierten, lachten die Zuschauer Tränen. Und das gleich zu Beginn der zweistündigen Sprachschau. „Hier gibt es keinen Schweinkram, höchstens Missverständnisse“, erklärte Berger, nachdem er von hinten die Bühne betreten hatte.

Dass es von hinten optimal ist, wusste nämlich schon Ex-Fußballnationalspieler Stefan Kuntz. „Es war optimal, der Matthias von hinten und der Jürgen Klinsmann von vorne, das war ein ideales Duo - also ich mein jetzt auf dem Platz. Und auch außerhalb.“ Zur Erkenntnis, dass Fußballer „hochintelligente“ Menschen sein müssten, gelangte die Zuhörerschaft zudem durch das Zitat von Lukas Podolski, der „denken“ und „Tor“ offensichtlich in keinen sinnvollen Zusammenhang bringen konnte: „Ich denke nicht vor dem Tor. Das mache ich nie.“

Doch auch jenseits des Fußballfelds gedeihen nach Ansicht des Duos viele Stilblüten, wie diverse Einblendungen sprachlicher Verunglimpfungen auf Großbildleinwand eindrucksvoll belegten. Ob die Anzeige eines arbeitssuchenden „Elkawefarers“, das Werbeschild des „Vrißör für gutes Aussehen“ oder die schriftlichen Androhung von „Konzigwensen“- die Gäste kamen kaum aus dem Lachen heraus.

Für beste Unterhaltung sorgten zudem die zu Gehör gebrachten Radiopannen, in denen die Gäste beispielweise erfuhren, wer der wahre Sohn von Maria und Josef ist oder an welchen Orten es Gewitterschauern in Deutschland gab.

„Die deutsche Sprache hat einen Haken“: Berger wies auf die Schwierigkeiten im Kontext mit dem Apostroph hin und untermauerte seine Behauptung mit der Bilderschau von Rain’ers Fahrschule und Martins’ Gans .

Unterhaltsam ging es auch im kabarettistischen Teil mit Szenen aus dem Baumarkt oder dem Tchibo-Land zu. Viel Beifall gab es für die von Chefredakteur Seidenfaden vorgetragenen Erläuterungen in nordhessischer Mundart, in denen er auf die Eigenarten des Nordhessen im Allgemeinen und des Bauernlebens in Weißehütte im Speziellen einging. Entsprechend wortkarg verabschiedete er sich denn auch am Ende des Programms: „Nu macht euch heim.“

Marlis und Harald Blume folgten der Aufforderung ungern. „Ein super Programm“, fanden die Besucher aus Holzhausen. „Es hat alle Erwartungen übertroffen. Wir haben wirklich Tränen gelacht.“

Von Martina Sommerlade

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