Seit Jahren werden in Nieste sichere Verkehrsübergänge für Schüler gefordert

Eltern hoffen auf Ampel

Warnschilder statt Ampel: Die Witzenhäuser Straße müssen Schulkinder ohne gesicherten Übergang queren. Foto: Ketteritzsch

Nieste. Wenn Grundschüler in Nieste zur Schule gehen, müssen sie besonders aufmerksam sein. Vor allem wenn sie nördlich der Hauptverkehrsstraße wohnen, die östlich der Kreuzung mit der Kaufunger Straße Witzenhäuser Straße, westlich davon Kasseler Straße heißt. Dann müssen sie diese Straße nämlich zweimal am Tag überqueren – ohne dass ihnen eine Ampel oder ein Zebrastreifen dabei Sicherheit gibt. Umgekehrt muss, wer von Süden zum Kindergarten will, über die Straße, auch ohne sicheren Überweg.

Allein über die Straße

Die meisten Kindergartenkinder werden zwar von ihren Eltern gebracht, aber die Schulkinder, die in der Nachmittagsbetreuung sind, kommen häufig allein – und müssen dabei über die Straße. Die Situation besteht seit Jahren fort, weil dem Gesetz zufolge das Verkehrsaufkommen in Nieste nicht groß genug ist.

„Hier fahren viele Lkw lang, da wäre es schön, etwas mehr Sicherheit zu haben“, sagt Tanja Kästner, Leiterin der Grundschule in Nieste. Lehrerin Ulrike Osterhorn-Heyser erinnert sich, wie sich vor Jahren eine Elterninitiative gebildet hatte und auf Anraten der Gemeinde die vorbeifahrenden Autos zählte. Damals hatte sie als Mutter selbst daran teilgenommen. Vor sechs Jahren gab es dann einen Ortstermin, zu dem auch Vertreter des Amts für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) in Kassel erschienen. Weil die Hauptverkehrsstraße durch Nieste eine Landesstraße ist, wäre das ASV verpflichtet, für den Bau einer Ampel oder für einen Zebrastreifen aufzukommen, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.

Mindestens 30 Kinder müssten die Straße im Schulbereich pro Stunde überqueren und mindestens 200 Autos pro Stunde vorbeifahren, dann wären im Schulbereich die Anforderungen für einen Zebrastreifen gegeben. Für eine Ampel müssten es sogar 600 Autos pro Stunde sein. Zahlen, mit denen Nieste laut Reinhard Banse vom ASV nicht aufwarten kann.

Laut Bürgermeister Edgar Paul (SPD) liegt die Gefahrenzone ohnehin etwa 200 Meter talabwärts, weil die meisten Kinder die Straße dort und nicht direkt an der Schule überqueren. Doch auch hier gibt es keinen gesicherten Übergang. Stattdessen machen Warnschilder Autofahrer auf die Schule aufmerksam, eine Geschwindigkeit von 50 Kilometern pro Stunde ist dennoch erlaubt. Um zu verhindern, dass Schüler in Gruppen unvorsichtig auf die Straße strömen, wurden dort Metallgitter aufgestellt.

Wegen der unsicheren Situation achte man besonders auf die Verkehrserziehung der Schüler, sagt Osterhorn-Heyser. Es gibt Schulungen mit der Polizei, und auch im Unterricht sei die Sicherheit im Verkehr immer wieder Thema. Noch gibt es eine Möglichkeit, die Lage zu ändern: Laut Reinhard Banse besagen die Vorschriften nur, dass das ASV nicht die Kosten für Ampel oder Zebrastreifen übernehmen muss. Trotzdem sei es möglich, dort den Antrag auf die Genehmigung eines Übergangs zu stellen. Nur müsste dann die Gemeinde Nieste selbst für die Kosten aufkommen. Foto: nh

Von Irene Habich

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