Entscheidung vertagt

Elternprotest gegen Kita-Gebühr - 1000 Unterschriften gegen Erhöhung

Übergabe: Rebecca Rode (links), Vorsitzende des Gesamtelternbeirats der Kindertagesstätten in der Gemeinde Lohfelden, übergab Bürgermeister Michael Reuter eine Protestnote mit 1000 Unterschriften.

Lohfelden. Der Streit um die geplante Erhöhung der Kindergartengebühren in Lohfelden erhitzt die Gemüter: Am Dienstagabend protestierten aufgebrachte Eltern vor dem Bürgerhaus lautstark gegen die nach ihrer Auffassung überzogene Anhebung der Beiträge für die Tagesbetreuung ihrer Kinder.

Der Protest zeigte Wirkung: Der Haupt- und Finanzausschuss entschied mit den Stimmen der SPD-Mehrheit, das Thema zu vertagen. Aufgrund der Mehrheitsverhältnisse dürfte das Votum der Gemeindevertretung am heutigen Donnerstagabend (Bürgerhaus, Beginn 19.30 Uhr) genauso ausfallen.

Während der Protestveranstaltung mit circa 50 Personen übergab die Vorsitzende des Gesamtelternbeirats für die Kindergärten in der Gemeinde Lohfelden, Rebecca Rode, Bürgermeister Michael Reuter eine Liste mit mehr als 1000 Unterschriften betroffener Eltern.

Der Protest richtet sich in erster Linie gegen die „zu drastisch ausgefallene“ Beitragsan-hebung: „Die Gebühren sollen um 25 bis 44 Prozent steigen.“ Das gehe gar nicht, sagte Rebecca Rode. Sie bedaure, so die Sprecherin weiter, dass der Kompromissvorschlag der Eltern, die Gebühren innerhalb der nächsten fünf Jahre um jeweils 5 Prozent anzuheben, keinen Eingang in die Beschlussvorlage für die Gemeindevertretung gefunden habe. Man habe die Elternschaft erst im Juni angehört, als alles schon festgelegt war, kritisierte die Beiratsvorsitzende.

In der Tat ist die Neugestaltung der Kindergartengebühren bereits im Mai zur Abstimmung gestellt worden, bevor das Thema von der Gemeindevertretung erstmals vertagt wurde. Man wolle die hohe Betreuungsqualität beibehalten, müsse aber auch auf das Defizit in der Kindertagesbetreuung von aktuell 2,6 Millionen Euro achten, so begründete Bürgermeister Michael Reuter (SPD) die umstrittene, aber dann vertagte Gebührenerhöhung.

Die Sprecher der Fraktionen, die sich mit dem Bürgermeister am Dienstagabend den protestierenden Eltern stellten, nahmen unterschiedlich Stellung. Norbert Thiele kündigte den Vertagungsantrag der SPD an. „Es ist jetzt unser Job, vor einer Entscheidung mit Ihnen zu reden“, sagte sein Fraktionskollege Dr. Eicke Bornmann. Birgit Kaiser-Wirz (CDU) widersprach dem Vertagungsvorschlag. Die Gebührenerhöhung sei entscheidungsreif, ihre Fraktion trete dabei für eine moderatere Gebührenerhöhung ein, sagte die Gemeindevertreterin vor dem Bürgerhaus. Die Vertreter der Grünen und der Unabhängigen Liste U2L stimmten während der nachfolgenden Sitzung mit der CDU gegen eine Verschiebung der Entscheidung.

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