Geschichts- und Heimatverein Ahnatal wird zum 29. Februar aufgelöst – Kritik an Bürgermeister

Das Ende schon nach gut einem Jahr

Rolf Mantel

Ahnatal Die Historie des Ahnataler Geschichts- und Heimatvereins endet bereits nach etwas mehr als einem Jahr Arbeit. Auf der jüngsten Mitgliederversammlung stimmten 17 der 21 anwesenden Mitglieder für die Auflösung des erst am 22. November 2010 gegründeten Vereins.

Damit reagierten die Mitglieder auf die Entscheidung der Gemeindevertretung, die im Dezember den Verkauf des Feuerwehrhauses Heckershausen beschloss und somit die Pläne eines Ahnataler Geschichtsmuseums zunichte gemacht hatte. Der Vorstand des Vereins hatte daraufhin einstimmig vorgeschlagen, den Verein zum 29. Februar aufzulösen.

„Es ist ein trauriges Bild, mit welchen Worthülsen und Lobhudelei unsere bisherige Geschichtsarbeit bewertet wurde“, stellte der Vorsitzende Rolf Mantel klar. Immer wieder hätten Vertreter aus allen Fraktionen den Stellenwert der Geschichtsarbeit betont, doch im entscheidenden Moment sei durch den Verkaufsantrag und dessen Zustimmung durch Mehrheit der CDU- und Grünen-Fraktion eine Zukunft der Vereinsarbeit hinfällig geworden. „Die Argumente können daher nicht als ehrliche Meinung gewertet werden“, zeigte sich Mantel tief enttäuscht.

Auch habe man durch eine vollständig ausgearbeitete Kosten-Nutzen-Rechnung Behauptungen finanzieller Risiken widerlegen können. Manfred Schröder, Projektkoordinator des Vereins in Sachen Feuerwehrhaus, kritisierte Bürgermeister Michael Aufenanger, da dieser nach anfänglichen Zusicherungen die Entwürfe und Ausarbeitungen als „Diskussionspapiere“ bezeichnet habe. „Das ist entwürdigend, wir fühlen uns verhöhnt“, stellte Schröder klar.

Mit großem Engagement seien die beiden Geschichtsarbeitskreise aus Heckershausen und Weimar ihrer Verpflichtung, der Gründung eines gemeinsamen Vereins, nachgekommen. Alle geforderten Kriterien seien erfüllt worden. Erst danach habe sich das Blatt zu Ungunsten des Vereins gewendet. „Wir können das nicht schönreden, und daran hat die Gemeinde einen nicht unerheblichen Anteil. Der Verein ist gescheitert, er wurde buchstäblich gemeuchelt“, machte Schatzmeister Willi Müller deutlich. Zugleich müsse man nun nach vorn blicken. „Wir lassen uns unser Interesse an der Geschichtsarbeit nicht verderben“, stellte Müller klar. (ptk) Fotos: Kisling

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