Endlich an der Datenautobahn

Heckershausen und der Kammerberg verfügen jetzt über Breitband

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Froh über die neue Versorgung: Bürgermeister Michael Aufenanger vor dem zentralen Empfangs- und Sendemast in Heckershausen.

Ahnatal. Die Technik ist da, sämtliche Sende- und Empfangsmasten sowie Verteilkästen hat die Kasseler Firma ACO aufgestellt, damit in den ländlichen Gebieten des Kreises Kassel schnelles Internet zur Verfügung steht. Als einer der letzten Orte ist jetzt auch Ahnatal an das neue Netz angeschlossen.

Lediglich Gieselwerder und Gottstreu im Norden müssten noch freigeschaltet werden, sagt ACO-Geschäftsführer Klaus-Peter von Friedeburg.

In Ahnatal galten zuvor der Ortsteil Heckershausen und Teile des Kammerbergs als unterversorgt. Jetzt werden diese Bereiche über einen 16 Meter hohen Mast auf dem Gelände des Weißen Kreuzes unweit des neuen Kreisels Rasenallee mit DSL versorgt. Von dort werden die Funksignale an drei Empfangsstationen geschickt, die über Verteilkästen die Breitbandverbindung an die Haushalte weiterleitet.

230 000 Euro investiert

Dem Weißen Kreuz sei er dankbar, das es eine Fläche zur Verfügung stellte, sagt von Friedeburg. Denn dort, am Ortseingang von Heckershausen, „gibt es weit und breit kein Fleckchen öffentlichen Grund“, den seine Firma als Maststandort hätte nutzen können. Insgesamt 230 000 Euro wurden in die neue Technik in Ahnatal investiert. Von dieser Summe steuerte das Land 81 000 Euro bei und die Gemeinde 54 000 Euro.

Kurzclip:

Dass die Gemeinde als eine der letzten ans ACO-Netz geht, liegt an zwei Faktoren. Zum einen weil das Interesse im Ort letztlich doch nicht mehr so groß war wie ursprünglich angenommen, sagt von Friedeburg. Denn dort, wo viele Kunden auf das neue Angebot warteten, wurde auch mit dem Ausbau begonnen. Zum anderen sorgte die Telekom für zeitliche Verzögerungen. So habe ACO schon 2010 Pläne für die Erschließung von Heckershausen erarbeitet, sagt der Geschäftsführer. Aber „die Telekom hat sich geweigert, die von uns bevorzugten Schaltverteiler bereitzustellen“.

So wandte sich die Kasseler Firma in einem sogenannten Nachweisverfahren an die Bundesnetzagentur. Auch diese habe sich mit ihrer Entscheidung „viel Zeit gelassen“, im November 2011 aber schließlich zugunsten von ACO entschieden.

Damit habe es für Ahnatal Planungssicherheit gegeben. Und die neuen Breitbandanschlüsse hätten über die jetzt genutzten zentralen Stellen verteilt werden können. Sonst hätte ACO flächendeckend eigene Schaltkästen neben jeden der Telekom bauen müssen, teils auf schmalen Bürgersteigen. „Das wollten wir auch aus städtebaulichen Gründen vermeiden“, sagt von Friedeburg. Letztlich habe ACO nur drei Monate benötigt, um die Technik in Ahnatal aufzubauen.

Ein neues Netz für 74 Ortsteile

Insgesamt 23 Kommunen mit 74 Ortsteilen haben sich in Kooperation mit dem Landkreis Kassel an dem Breitband-Ausbau für den ländlichen Raum beteiligt. 4,5 Millionen Euro wurden von der Firma ACO in ein neues Netz investiert, wovon 2 Millionen Euro als Zuschuss vom Land und den Kommunen flossen.

Gut 36 000 Haushalte und 1000 Gewerbebetriebe können das Angebot nutzen. Statt der kalkulierten Mindestzahl in Höhe von 3400 Kunden habe man bislang erst 2000, sagt Klaus-Peter von Friedeburg von ACO.

Das sagt der Bürgermeister:

"Schnelles Internet, die Möglichkeit einer leistungsstarken Verbindung, „ist ein wichtiger Faktor der Infrastruktur“, sagt Bürgermeister Michael Aufenanger. In Ahnatal habe es zum Beispiel vor dem Ausbau durch ACO viele Anfragen von Firmenmitarbeitern gegeben, die zu Hause arbeiteten und große Datenmengen mit ihrem Arbeitgeber austauschen müssten. Auch die Gemeinde nutze den neuen Internetzugang im Gemeindezentrum für die interne Kommunikation mit dem Rathaus. Aufenanger: „Ich bin froh, dass die Bevölkerung von Heckershausen und vom Kammerberg jetzt schnelles Internet haben kann.“ (mic)

Von Michael Schräer

Infos: www.aco-connect.de <http://www.aco-connect.de

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