Gemeinde Guxhagen verabschiedete Bebauungspläne für drei Ferienhausgebiete

Endlich Rechtsfrieden

Feine Sache: Werner Schlitzberger genießt für sein jahrzehntealtes Ferienhaus in Grebenau dank eines neuen Bebauungsplans jetzt Bestandsschutz. Foto: Grugel

Guxhagen. Die Gemeinde Guxhagen hat Bebauungspläne für drei Ferienhaussiedlungen in Büchenwerra, Grebenau und Ellenberg verabschiedet – und damit in Sachen Baurecht Rechtsfrieden für insgesamt 148 Häuser geschaffen. Die Bauten waren überwiegend in der Nachkriegszeit mit Blick auf fehlenden Wohnraum auf dem kurzen Dienstweg entstanden. Gültige Bebauungspläne hatte es laut Bürgermeister Edgar Slawik nie gegeben.

„Wir sind froh, dass wir unsere Häuser behalten dürfen“, sagt Werner Schlitzberger, der sein Wochenendhaus in Grebenau vor 48 Jahren von seinen Eltern geerbt hat. 1978 baute er das Haus in Absprache mit dem damaligen Ortsvorsteher um, erinnert er sich, vier Jahre später sei ihm eine Abrissverfügung ins Haus geflattert, gegen die er erfolgreich vor Gericht gezogen sei.

Das Haus von Werner Schlitzberger liegt idyllisch in der Fuldaschleife am Fernradweg R 1 im Abschnitt zwischen Grebenau und Wagenfurth. Mit den Bebauungsplänen erhalten dort 29 Häuser Bestandsschutz.

Viele von ihnen stehen in einem Hang am Grünen Weg nahe der Fulda. Die Müllabfuhr und die Post kommen, Strom- und Wasser fließen. Was fehlt, ist der Anschluss ans Kanalnetz – und das wird nach Verwaltungsangaben auch so bleiben, sodass Urlauber wie Werner Schlitzberger auch künftig eine eigene Kleinkläranlage betreiben müssen. Das gilt auch für die anderen Ferienhausgebiete in Büchenwerra und Ellenberg. 100 Häuser stehen allein in Büchenwerra, oft sind sie nach Verwaltungsangaben in Leichtbauweise hergestellt. In Ellenberg gibt es noch einmal 19 Ferienhäuser. Ändern muss die Gemeinde nach eigenen Angaben in allen drei Gebieten ihr Brandschutzkonzept: Für die Löschwasserversorgung sind nach den neuen Bebauungsplänen zwei Zisternen zu bauen und neue Hydranten zu setzen.

Bestand erfasst

Alles andere bleibt beim Alten. Das heißt laut Verwaltung: Es wird keine Erschließungsstraßen wie in Neubaugebieten geben, und die Häuser müssen bleiben, wie sie sind. Um dies durchsetzen zu können, wurden die 148 Häuser in ihrem Bestand vermessen und die jeweiligen Grundstücksgrößen erfasst. Auf diese Weise verschaffte sich die Verwaltung sowohl einen Überblick über die bestehenden Siedlungen als auch eine Grundlage für die Bebauungspläne, in denen nun alles rechtssicher geregelt ist, was jahrzehntelang relativ freihändig entstanden war. (lgr)

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