Initiative will möglichst viele Kaufunger ins Boot holen - Tag der offenen Gärten geplant

Energiewende von unten

Sie wollen Kaufungens Zukunft umweltverträglich gestalten: Gudrun Weber (von links), Stefan Riesner und Steffi Welke vor alten Obstbäumen in Webers Garten. Foto: Dilling

Kaufungen. Der Klimawandel hat uns fest im Griff. In absehbarer Zeit wird das Erdöl knapp, grenzenlose Mobilität könne dann zum Problem werden. Doch das muss für die Kaufunger nicht nur Verzicht bedeuten, sondern kann auch ein Gewinn sein und neue Formen regionalen Wirtschaftens und des Austauschs unter den Bürgern ermöglichen.

„Unsere Vision ist, dass die Menschen wieder mehr zusammenkommen und sich austauschen.“

GUDRUN WEBER

Das meinen zumindest Stefan Riesner und seine zwei Dutzend Mitstreiter von der Initiative „Kaufungen gestaltet Zukunft“.

Sie hat vor zweieinhalb Jahren begonnen, Diskussionen darüber anzustoßen, was jeder in seinem regionalen Umfeld zum Klimaschutz beitragen kann, und hat begonnen, lokale Netzwerke aufzubauen. Ihr Ziel ist gewissermaßen eine Energiewende von unten. „Unsere Vision ist, dass die Menschen wieder mehr zusammenkommen und sich austauschen“, sagt Gudrun Weber. Die Initiative wolle den Bürgern helfen, sich umzuorientieren. Und das gilt auf allen Ebenen, die für den Klimaschutz relevant sind. Dazu gehörten also nicht nur Energiesparmaßnahmen wie die Dämmung von Häusern, der Austausch von Heizungen oder die Entwicklung von Elektromobilen, sondern auch die Art des Konsums und der Produktion von Lebensmitteln.

Vergangenes Jahr habe die Initiative ermittelt, dass in vielen Geschäften Kaufungens nur wenige lokale Produkte zu finden seien, sagt Steffi Welke, die in der Kommune Niederkaufungen lebt, wo klimaschonendes Wirtschaften seit Jahren praktiziert wird.

Die Initiative setzt sich beispielsweise für den Anbau von regionalen Obstsorten ein.

Es frage sich doch, ob es immer die „Einheitsäpfel aus dem Supermarkt sein müssen“, sagt Riesner. Für die werde wegen der langen Transportwege viel Energie verschwendet. Während eines „Tags der offenen Türen und Gärten“ am 31. August will die Initiative nun die besten Ideen zum Klimaschutz und einer lokalen Lebensmittel-Selbstversorgung sammeln. Die Aktivisten suchen interessierte Grundstücksbesitzer, die gute Erfahrungen mit Energiesparmaßnahmen im Haus, mit der Regenwassernutzung und dem Selbstanbau von heimischem Gemüse und Obst gemacht haben und diese den Besuchern erläutern wollen. (pdi)

Anmeldung, Information und Kontakt: Christine Rüther, Telefonnummer 05605/800736, Internet: www.Kaufungen-gestaltet-zukunft.de

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