Mehr Kindergartenplätze und mehr Angebote für Senioren nötig

Entgegen Prognose von 2006: Einwohnerzahl in Baunatal kaum gesunken

Baunatal. Entgegen einer Prognose von 2006 ist die Einwohnerzahl der Stadt Baunatal seitdem nicht erheblich gesunken. Sie hält sich bei etwa 28:000. Die Bertelsmann-Stiftung hatte damals vorausgesagt, dass schon 2010 nur noch 27.500 Menschen in Baunatal leben sollten und die Zahl weiter zurückgehe.

Bürgermeister Manfred Schaub führt die positive Wende vor allem auf die hervorragende Entwicklung des VW-Werks zurück. Nach seiner Auffassung veranlasst aber auch die kommunale Bildungspolitik junge Familien, in die Autostadt zu ziehen.

Kurzclip: Manfred Schaub

Exakt 27 967 Bewohner waren es Ende Februar. Im Rathaus hatte man gehofft, die 28.000-Euro-Grenze wieder zu überspringen – das erste Mal nach 2006. Das klappte nicht, aber man geht von einem weiteren Anstieg aus. Eines der Indizien dafür: Fast alle der 83 Baugrundstücke im zweiten Teil des Großenritter Heimbach-Quartiers sind verkauft – viel eher als gedacht.

Dass die Bevölkerungszahl dennoch konstant blieb, liegt nach Schaubs Auffassung an der Überzahl der Sterbefälle: 2011 waren es 228, während 171 Geburten registriert wurden. Hingegen überwogen die Zuzüge (1278) die Wegzüge (1084). Die Statistik nach Stadtteilen besagt, dass hauptsächlich Altenbauna und Großenritte Zuwachs verbuchten.

Befragungen im Baunataler Bürgerbüro, wo man den Wohnsitz anmelden muss, hätten ergeben, dass die Bildung relativ hohen Stellenwert bei der Suche nach dem Wohnort genieße, so Schaub. Diese Reihenfolge der Zuzugsgründe habe man festgestellt:

• sicherer Arbeitsplatz,

• familiäre Gründe wie Hochzeit oder Scheidung,

• Bildungsangebote,

• Infrastruktur, zum Beispiel Freizeitangebote.

Eine der Folgen des Zuzugs ist, dass die Stadt mehr Kindergartenplätze benötigt. Der Stadtpark-Kindergarten in Altenbauna hat gerade eine fünfte Gruppe (maximal 23 Sprösslinge) erhalten. Im Kindergarten Birkenallee in Altenbauna soll im kommenden Sommer auf sechs Gruppen aufgestockt werden. Der neue Talrain-Kindergarten in Großenritte, der bis Sommer 2013 gebaut werden soll, wird fünf statt vier Gruppen haben.

Aber auch an die Senioren muss die Stadt denken, darunter die sogenannten jungen Alten. Stichworte: geeignete Wohnungen, Serviceleistungen, Freizeitangebote wie der Fitnessplatz im Stadtpark, eine barrierefreie Innenstadt, wie sie geplant sei, so Schaub. Und auch über neues Bauland will die Politik nachdenken.

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