Baumfällarbeiten: Landesstraße zwischen Wolfsanger und Simmershausen gesperrt

Vorbereitung: Waldarbeiter Benjamin Büchling (links) und Holzrücker Michael Melcher bringen ein Sicherungsseil an den Baum. Mit dem Seil wird der Stamm beim Fällen in eine vorgesehene Richtung gezogen.

Kassel/Fuldatal. Schilder geben den unmissverständlich Hinweis: Die Landesstraße entlang der Fulda zwischen Wolfsanger und dem Schocketal in Simmershausen ist tagsüber gesperrt.

Und doch muss Helmut Müller von den Waldinteressenten Wolfsanger gestern Vormittag immer wieder Autofahrer stoppen.

Der Senior ist einer von zwei Sicherheitsposten, die zusätzlich dafür sorgen, dass in mehreren Bereichen entlang der Straße ungestört gearbeitet werden kann. Dort werden noch bis einschließlich Freitag Bäume gefällt. Arbeiten im Rahmen der Verkehrssicherung auf der einen und normale Durchforstung auf der anderen Seite, wie Harald Möller betont.

Da die Zufahrt zum Restaurant Graue Katze jederzeit gewährleistet sein musste, werde in zwei Abschnitten gearbeitet, sagt der Förster des Reviers Fuldatal. Vergangene Woche wurden der Bereich zwischen Wolfsanger und dem Restaurant- und Hotelbetrieb gesperrt, in dieser Woche der Abschnitt von der Grauen Katze zum Schocketal.

Dort sind laut Möller drei Unternehmen mit acht Leuten im Holzeinschlag sowie drei Rückemaschinen im Einsatz. Sie entfernen Bäume, die wegen trockener Äste oder Fäulnis vom Hang auf die Straße zu fallen drohen. Und sie ernten 120 bis 140 Jahre alte Buchen, „qualitativ gutes Holz“.

Einnahmen für die Eigentümer, die Waldinteressenten Wolfsanger und Ihringshausen sowie die Gemeinde Fuldatal. „Und mit der Entnahme von Bäumen stabilisiert sich der Bestand“, sagt der Forstmann. Denn die nachwachsenden Bäume entwickeln größere Kronen und damit mehr Wurzeln.

Die gefällten Bäume werden später von heimischen Sägewerken verarbeitet, gehen in den Export nach China, landen schließlich in der Bauindustrie, der Produktion von Holzkohle, Brennholz oder Holzhackschnitzel.

Die Arbeit am Hang in unmittelbarer Nähe zur Straße ist laut Förster Möller aufwendig und nicht ungefährlich. So werden mittels Hubsteiger stark überhängende Kronen in bis zu 40 Meter Höhe zunächst zurückgeschnitten. Stämme werden per Seil und schwerer Rückemaschine gesichert, die sie dann in die vorgesehene Fallrichtung zieht.

Die Arbeiten im Wald wurden laut Forstmann mit der Straßenmeisterei in Espenau sowie dem Kasseler Umwelt- und Gartenamt abgestimmt. Diese schnitten das Grün entlang der Straße beziehungsweise des Radweges zurück. Und halfen im Fall der Stadt den Forstleuten mit dem Hubsteiger.

Die meisten Autofahrer seien übrigens einsichtig, sagt Sicherheitsposten Müller. Probleme gebe es eher mit Fußgängern und Radfahrern, betont Revierförster Möller. Für Letztere sei ein Umweg über Ihringshausen ja auch beschwerlicher als für Autofahrer.

Von Michael Schräer

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.