Endgültig: Kein Hessentag in Vellmar - Neuer Ort bis Mitte September

Vellmar. Jetzt ist es amtlich. Die Stadt Vellmar gibt den Hessentag 2013 zurück. Einem entsprechenden Antrag von Bürgermeister Dirk Stochla (SPD) stimmte das Stadtparlament am Montagabend mit breiter Mehrheit zu. Die Entscheidung hatte für ein großes Zuschauer- und Medieninteresse gesorgt.

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Nach längerer Diskussion waren sich die Fraktionen in der Kulturhalle Niedervellmar darin einig, dass sich die Ahnestadt den Hessentag nicht leisten könne. Seit Ende 2010 stand ein Defizit durch den Hessentag in Höhe von 3,5 Millionen Euro im Raum. Diese Summe hatte Bürgermeister Stochla für möglich gehalten.

Das tatsächliche Minus lag bei den Hessentagsstädten meistens noch über den zuvor geschätzten Zahlen.

Nach dem Rückzug der Stadt Vellmar will die Landesregierung nun Mitte September entscheiden, wer den Zuschlag für den Hessentag 2013 erhält. Das teilte der Chef der Hessischen Staatskanzlei, Axel Wintermeyer (CDU), am Dienstag mit. Man werde in den kommenden Tagen Gespräche mit möglichen Kandidaten führen. Wintermeyer bedauerte den Verzicht Vellmars, man müsse die Entscheidung aber respektieren.

Artikel aktualisiert um 12.20 Uhr.

Ein potenzieller Ersatzkandidat ist Korbach. Die Kleinstadt im Kreis Waldeck-Frankenberg war bereits 1997 Veranstalter des Hessentags und sieht sich für eine neuerliche Ausrichtung gerüstet. „Wir stehen in Verbindung mit der Staatskanzlei“, sagte Bürgermeister Klaus Friedrich (parteilos). Auch das nahe gelegene Bad Wildungen hat Interesse signalisiert.

Der Rückzug von Vellmar ist nicht der erste in der Geschichte des Hessentags. Bereits zur 50. Ausgabe im Jahr 2010 war Alsfeld die Veranstaltung wegen finanzieller Probleme von der Landesregierung entzogen worden. Das Land will jedoch weiter am jährlichen Rhythmus des Hessentags festhalten. Dies hatte Wintermeyer vergangene Woche im Landtag erklärt. Die Grünen wollen dagegen einen Zwei-Jahre-Turnus. Der nächste Hessentag findet 2012 in Wetzlar statt. (mic/dpa)

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