Heimatvertriebene berichteten ihre Geschichte – Lesung im ASB-Altenzentrum

Entwurzelte erinnern sich

Hobbyautoren und ihre Zuhörer: Heimatvertriebene aus dem Sudetenland stellten ihr Buch mit Erlebnisberichten über ihr Schicksal im ASB-Altenzentrum Lohfelden vor. Das Bild zeigt die Autoren Eduard Pummer (hinten von links), Hildegard Friedrich, Rotraut Reinsberg, Elisabeth Witzel, Anna Wenzel, Lore Fehr, Gertraude Pummer, Helga Tietz (für Rudolf Tietz), Mitzi Heinz und Ilse Reuss mit Bewohnern (vorne) und einer Praktikantin. Fotos: Wohlgehagen

Lohfelden. Ohne eigenes Verschulden entwurzelt, die Familienbande zerstört, das Eigentum ersatzlos enteignet: Die Vertreibung der Deutschen aus dem Sudetenland hat den Betroffenen große Wunden zugefügt.

„Gott sei Dank sahen wir uns alle wieder“, sagte Anna Wenzel mit gebrochener Stimme. Die 83-jährige Lohfeldenerin gehört zu den Hobbyautorinnen der Publikation „Es kam der Morgen des 2. August...“, die ihre Erinnerungen über die schicksalhafte Vertreibung jetzt während einer Lesung im ASB-Altenzentrum Söhre vortrugen.

Anna Wenzel schilderte, wie sie im Sommer 1946 mit ihren Eltern und Verwandten mit zunächst unbekanntem Ziel abtransportiert wurde. Durch den Lüftungsschlitz des Güterwagens habe man den bayrischen Grenzort Furth im Wald erkennen können. Einige Tage später sei der Zug mit zehn von 30 Waggons am Bahnhof in Lohfelden-Ochshausen – der neuen Heimat – angekommen.

„Von der Sprache her hätten wir besser nach Bayern gepasst“, sagte Mitautorin Elisabeth Witzel. Sie stellte den Senioren auch eine kleine Schildkrötpuppe vor, die sie damals mitnehmen durfte. Die Heimat und die Erinnerungen seien wichtig für sie, „je älter ich werde“, sagte Elisabeth Witzel. Deshalb verbringe sie ihren Urlaub regelmäßig in der verlorenen Heimat.

Angeregte Gespräche

Die von Doris Pingel (Altenzentrum) und Jutta Harney (Mehrgenerationenhaus) organisierte Lesung ging nach angeregten Gesprächen und mit gemeinsam gesungenen Liedern zu Ende. (ppw)

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