Seltener Fund in der Nähe der Freizeitanlage Bühl in Ahnatal – Pflanze steht auf der Roten Liste

Enzian wächst auf der Orchideenwiese

Steht auf der Roten Liste der gefährdeten Pflanzen: Der Gewöhnliche Fransenenzian blüht derzeit in Ahnatal.

Ahnatal. Eine seltene Begegnung können Naturliebhaber diesen Spätsommer auf der Ahnataler Orchideenwiese nahe dem Bühl-Parkplatz erleben: Dort, wo die vergangenen Jahre Orchideen farbenprächtig das Landschaftsbild prägten, wachsen dieses Jahr zwei Enzianarten. Der Gewöhnliche Fransenenzian ist an seiner leuchtend blauen Farbe zu erkennen. Zwischen acht und 25 Zentimeter kann die seltene vierblättrige Pflanze, die zu den Kräutern zählt, groß werden. Ihren Namen verdankt die Blume, die verstärkt in Mittel- und Südeuropa vorkommt und häufig in österreichischen Alpenregionen zu finden ist, den Fransen, die an den Blättern auftreten.

Lila Blüte

Neben dem Gewöhnlichen Enzian lässt sich derzeit auch der Deutsche Fransenenzian bewundern. Die tieflila blühende Pflanze hat fünf Blütenblätter, die einen Kelch bilden. In diesem Kelch sind die Fransen zu erkennen. Im Gegensatz zum Gewöhnlichen Fransenenzian lässt sich der Deutsche Enzian in Ahnatal häufig als ganze Pflanze finden, die an verschiedenen Ästen blüht.

Beide Enzianarten sind in Ahnatal absolut ungewöhnlich. In seinem Buch „Das Dörnberggebiet im Naturpark Habichtswald“ spricht Autor Lothar Nitsche von „sehr seltenen, in früheren Jahren südlich des kleinen Dörnbergs“ nachgewiesenen Exemplaren. Aufgefallen ist der seltene Fund Axel Lecke, der die Wiese gepachtet hat.

Optimale Verhältnisse

Der ausgebildete Landschaftspfleger erklärt die Entdeckung mit den optimalen klimatischen Verhältnissen: „Enziane und Orchideen wachsen auf Kalkmagerwiesen. In diesem Jahr hat der Enzian durch die vielen Sonnenstunden gute Voraussetzungen gehabt.“ Orchideen seien dagegen nur wenige zu beobachten, da der Frost tief in die Erde gegangen sei. Kalkmagerwiesen seien prädestiniert für besondere Blumen.

„Bis zu 100 Jahre können die Samen in der Erde bleiben, ehe die Verhältnisse stimmen und eine seltene Pflanze wächst“, erläutert Axel Lecke. (ptk)

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