Projektleiter beim RP dämpft Erwartungen

Erdkabel in Nordhessen chancenlos

Kassel. Beim Bau der geplanten neuen Höchstspannungsleitung Wahle-Mecklar wird es in Nordhessen keine Erdverkabelung geben. Diese Einschätzung vertritt Klaus Schiffner, als Projektleiter für die Trassenplanung im Kasseler Regierungspräsidium (RP) zuständig.

Nach derzeitigem Planungsstand werden die 380 000-Volt-Leitungen nicht in den Boden gelegt, sondern den Strom über Freileitungen transportieren, sagt Schiffner.

Die fünf betroffenen Gemeinden im Landkreis Kassel fordern übereinstimmend, dass die Kabel im Boden verschwinden. Diese Forderung könne aber nicht erfüllt werden, meint der Projektleiter. Denn der vom Gesetz vorgesehene Mindestabstand von 400 Metern zur Wohnbebauung werde überall eingehalten, die Notwendigkeit für ein Erdkabel sei somit nicht gegeben.

Bei der Frage, welche der beiden Alternativ-Trassen verwirklicht werde – die Ost-Trasse führt durch den Werra-Meißner-Kreis, die West-Trasse durch den Altkreis Kassel (Niestetal, Kaufungen, Lohfelden, Söhrewald und Fuldabrück) – , bezieht Schiffner eine klare Position: „Die Ost-Trasse ist auszuschließen, ihre Verwirklichung ist selbst mit Erdkabel nicht möglich.“

Grund sei, dass die 23 Zentimeter dicken Kabel in der Erde den Boden erwärmen und die Wasserführung unterbrechen, dies sei für die zu querenden Schutzgebiete nicht genehmigungsfähig. Die Entscheidung werde also für die West-Trasse fallen, wo keine Schutzgebiete berührt werden.

Erdkabel gebe es bisher nur bei finanzieller Eigenbeteiligung. So hätten sich etwa bei einer 110-kV-Leitung in Südhessen Gemeinden, Kreis und Wirtschaftsministerium an den Kosten für die Erdverkabelung beteiligt, berichtet Schiffner. (hog)

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