Märchenwache zieht positive Bilanz

Volles Haus zum Jahresfinale: Christian Abendroth (von links) begrüßte die Schauspielerin Sabine Wackernagel und ihren musikalischen Begleiter Hartmut Schmidt, der mit seinem Akkordeon aufspielte. Foto: Dilling

Schauenburg. Es war am vergangenen Freitag wie fast immer, wenn die Märchenwache mit einem attraktiven künstlerischen Programm lockt.

Die Besucher drängen sich in dem kleinen Raum und auf der Empore unter dem Dach der ehemaligen Feuerwache in Breitenbach, ehrenamtliche Helfer bereiten auf engstem Raum das Buffet für die Pause vor, entkorken Weinflaschen.

Der Grimm-Abend mit der Schauspielerin Sabine Wackernagel setzte den Schlusspunkt unter ein erfolgreiches Jahr der Märchenwache: Fast 4000 Besucher kamen, um die Ausstellung zu besichtigen, Lesungen und musikalische Darbietungen zu hören.

„Wir arbeiten immer an der Grenze des ehrenamtlich zu Leistenden“, sagt Christian Abendroth, Vorsitzender des Fördervereins. Der seit Jahren wachsende Besucherstrom ist angesichts des kleinen Etats von etwa 20 000 Euro nur mit viel freiwilligen Einsatz zu bewältigen. Die Zahl der aktiven Helfer beschränke sich auf einen harten Kern von sieben oder acht Personen, berichtet Abendroth.

Von denen muss immer einer vor Ort sein, wenn Wandergruppen vorbeikommen, um die Werke des Künstlers Ali Schindehütte und die Exponate zu Grimms Märchen zu bewundern. Fast 3000 Besucher seien es 2012 gewesen, hinzu kämen schätzungsweise 800 Gäste, die die Veranstaltungen besuchten. Seit der Kasseler Stadtrundfahrt-Bus in Breitenbach Station mache, sei die Resonanz noch gestiegen. Sogar von weit her kämen die Leute, um die Märchenwache zu sehen. „Wir haben uns als Marke etabliert“, sagt Abendroth. Bald müsse man daran denken, einen Märchenwache-Führer zu drucken, damit sich die Besucher besser orientieren können.

Ein Anbau, um die beengte Situation zu verbessern, wäre auch schön. Doch das seien momentan aber Träume, erklärt der Vereinsvorsitzende. Man überlege, dieses Jahr den Zuschuss der Gemeinde Schauenburg von 2000 Euro in Anspruch zu nehmen, nur um das normale Tagesgeschäft zu bewältigen. Darauf hat der Verein seit Jahren angesichts der desolaten Finanzlage der Gemeinde verzichtet.

Das ging nur dank treuer Sponsoren wie beispielsweise verschiedene Kreditinstitute der Region. Mehr als die Hälfte des Etats bestreite der Verein mit Spenden, berichtet Abendroth. Mit Mitgliedsbeiträgen ist momentan kein Plus möglich. Die Zahl der Mitglieder stagniere seit einigen Jahren bei 170, sagt der Vorsitzende des Fördervereins.

Auftakt für das neue Programm der Märchenwache ist am Montag, 21. Januar, um 20 Uhr mit einer Lesung von Josef Haslinger aus „Jachymov“, einer Geschichte über ein historisches tschechisches Arbeitslager.

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