Arbeitsgruppe will Projekt eines Kinder- und Jugendparlaments endlich voranbringen

Erfolg im zweiten Anlauf?

Sie tüfteln mit an der Satzung für das Jugendparlament: Leona Knobel (vorn), Konstantin Thüre (von links), Jan Steinbock, Lucca Herbst, Malik Briesemeister, Jan Abel, Fabian Koch und Niklas Fiebig. Foto: Dilling

Kreis Kassel. Schlechte Busverbindungen, ein maroder Spielplatz, zu hohe Fahrtkosten zur Schule, schlechter Internetzugang für Schüler. Das sind Themen, die Kinder und Jugendliche unmittelbar berühren. Ein Kinder- und Jugendparlament in der Region könnte ihnen eine Stimme in der Kommunalpolitik verleihen. Doch die vor eineinhalb Jahren gestartete Initiative von Kasseler Studenten sowie früheren und aktuellen Mitgliedern des Kreisschülerrats zur Gründung eines solchen Gremiums war zuletzt ins Stocken geraten. Ein Seminar auf dem Sensenstein hat nun anscheinend neuen Schwung in das Projekt gebracht.

Die 25 Teilnehmer hätten sich zu einer Arbeitsgruppe zusammengeschlossen, die in den nächsten Wochen eine Satzung für das künftige Jugendparlament erarbeiten werde, berichtete Fabian Koch aus Bad Emstal, einer der Initiatoren, zu denen auch Mitglieder des Kasseler Vereins „Die Kopiloten“ gehören.

Bis zum Frühjahr wolle man einen detaillierten Antrag auf Gründung des Parlaments formulieren, den dann alle Fraktionen im Kreistag gemeinsam einbringen sollen. Beim Seminar, das die Well-Being-Stiftung finanziert habe, hätten zwei Vertreterinnen der Grünen mitdiskutiert. Die Grünen hätten seinerzeit auf eigene Faust – ohne Absprache mit den Initiatoren des Jugendparlaments - einen Antrag im Kreistag gestellt und später wieder zurückgezogen. Dieses Vorpreschen laufe dem Konzept der Initiatoren zuwider, kritisierte Koch. Man wolle alle Parteien ins Boot holen. Daher werde die Arbeitsgruppe zu einem späteren Zeitpunkt Parteienvertreter zu ihren Beratungen hinzuziehen.

Bisher sei das Projekt Jugendparlament an der praktischen Umsetzung gescheitert. Kasseler Stadtverordnete und Kreistag hätten zwar Interesse bekundet. Danach habe sich aber nichts getan, sagte Koch. Er wies Zweifel am Interesse von Jugendlichen zurück, in einem solchen Gremium mitzuarbeiten, zurück.

Bei Umfragen an drei Schulen im Kreis habe man eine gute Resonanz festgestellt. Die Projektgruppe arbeite eng mit dem seit 13 Jahren bestehenden Jugendparlament in Marburg zusammen. Dieses habe beispielsweise einen drahtlosen und kostenfreien Internetzugang an Schulen durchsetzen können. (pdi)

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