Immer in Bewegung: Gunter Schmidt ist 40 Jahre Vorsitzender des TSV Vellmar, früher TuSpo Niedervellmar

Erfolge über den Sport hinaus

Mit Spaß aktiv: Als Übungsleiter beim Kinderturnen hat Gunter Schmidts Einsatz für den Sport in Vellmar 1970 begonnen. Und auch heute noch macht ihm die Arbeit mit den Kindern viel Freude. Foto: Schilling

Vellmar. Als Gunter Schmidt sechs Jahre alt war, machte er einen folgenschweren Schritt. Er ging zu einem Turnverein. Seit damals lässt ihn die Leidenschaft für den Sport nicht los. „Der Turnverein war der Mittelpunkt unseres Lebens“, erinnert sich der 71-Jährige, der in der Nähe von Kiel aufgewachsen ist.

In Trainingshose und T-Shirt steht er heute, 65 Jahre später, in der Sporthalle der Grundschule Niedervellmar. „Lauft, lauft, lauft“, ruft er laut, und die Kinder spurten los. Gunter Schmidt lacht. Gern gibt er weiter, was er selbst erlebt hat - die Freude an der Bewegung.

Seit 40 Jahren steht er an der Spitze seines Vereins. 1972 wurde er zum Vorsitzenden des damaligen TuSpo 1892 Niedervellmar gewählt. Und Vorsitzender blieb er auch nach dem Zusammenschluss mit dem 1. FC Frommershausen zum TSV 1892 Vellmar.

Für Gunter Schmidt ist es selbstverständlich, sich für die Allgemeinheit zu engagieren. „Sport war immer mein Anteil daran.“ Das fing in Kiel an, wo er Schulsportsprecher der Gymnasien war, und setzte sich in Vellmar fort. Hierher hatte ihn 1970 der Beruf als Pharmareferent geführt, gemeinsam mit seiner Frau und den beiden Söhnen.

Isabella Schmidt teilt die Freude ihres Mannes am Sport und unterstützt ihn, sei es mit Arbeiten am Computer, sei es, indem sie den ausländischen Mitgliedern der Handballmannschaft Deutschunterricht gibt. „Wir haben es uns immer zur Aufgabe gemacht zu integrieren“, erklärt Gunter Schmidt. „Ein Sportverein hat auch eine wichtige soziale Funktion.“ Freundschaften sind entstanden, die über den Sport hinaus für besondere Erlebnisse gesorgt haben. So wie die Reise nach Moskau auf Einladung eines russischen Handballers, der in Vellmar gespielt hatte. Gereist ist Gunter Schmidt immer gern. Eine Hüttenwanderung mit Freunden, segeln auf der Ostsee – das war sein Metier.

Höhepunkt seiner sportlichen Karriere war der Besuch der Olympischen Spiele 1960 in Rom – als Mitglied der deutschen Sportjugend. Gunter Schmidt qualifizierte sich bei Wettkämpfen auf Kreis-, Länder- und Bundesebene und durfte als einer von 300 jungen Sportlern zur Olympiade fahren. Er war dabei, als Muhammad Ali (damals noch Cassius Clay) zum ersten Mal olympisches Gold gewann - im Halbschwergewicht. Geboxt hat Gunter Schmidt zwar nicht, ansonsten hat der Turner aber so manche Sportart ausprobiert. Sich immer wieder auf Neues einzustellen, das ist auch für seine Arbeit im Vorstand wichtig. „Die Anforderungen an die Vereine sind gerade in der Verwaltung viel anspruchsvoller geworden“, erklärt Gunter Schmidt.

Mehr Unterstützung wünscht er sich manchmal von der Politik und nennt als Beispiel die Kreissporthalle an der Ahnatal-Schule Vellmar, die dringend saniert werden müsse.

Ein großes Anliegen ist es ihm, den Zusammenhalt innerhalb des Vereines zu erhalten und den Fokus auf die vorhandenen Sparten zu legen. „Man muss nicht jede neue Mode mitmachen. Wichtig ist, dass wir das, was wir machen, gut machen.“

Von Meike Schilling

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