Musikschule Baunatal

Hoffnung auf gebrauchte Instrumente und Spenden

Aus dem städtischen Leben nicht wegzudenken: Die Musikschule Baunatal, hier die Bigband unter Leitung von Peter Linnemann beim kommunalen Neujahrsempfang 2012 in der Stadthalle. Archivfoto: Fischer/nh

Baunatal. Zwar herrscht zurzeit Ruhe in der Musikschule an der Friedrich-Ebert-Allee in Altenbauna, aber Projekte für 2013 sind bereits auf dem Weg.

So soll eine Aktion gemeinsam mit der Louis-Spohr-Stiftung dazu beitragen, dass die annähernd 1800 Musikschüler weitere Instrumente bekommen. Hoffnung ist, dass Menschen gebrauchte Instrumente abgeben, die dann - sofern nötig - mit Unterstützung der Spohr-Stiftung aufgearbeitet werden.

Es ist ein Erfolgslied, das in der Musikschule Baunatal gesungen wird: Die Zahl der Schüler, der Kurse und Ensembles stieg stetig. Beim Schlagzeug-Unterricht zum Beispiel gibt es eine Warteliste. Aber es klingen auch - wie seit Jahren - Geldsorgen bei Musikschulleiter Joachim Arndt durch, denn der Zuwachs bedeutet andererseits: Pro Schüler sinkt das verfügbare Geld, weil die Einnahmen nicht entsprechend steigen.

Umso dankbarer sind Arndt und der Vorstand des Trägervereins, wenn Spenden in die Kasse kommen, kleine und so große wie die der Margarete-Lemke-Stiftung, die kürzlich 10 000 Euro gab. Aber auch die 1500 Euro jährlich vom Förderkreis der Musikschule helfen, sagt Arndt: Davon könne man zwei Saxofone zum Verleihen anschaffen. Zum Leidwesen von Arndt und seinen Mitstreitern ist der Kreis der Unterstützer in jüngerer Zeit nicht mehr gewachsen.

Eine Million Euro umfasst der Haushalt der Musikschule, die 58 Lehrer, vier Verwaltungs- und drei Reinigungskräfte beschäftigt, die meisten in Teilzeit. 70 000 Euro überweist die Stadt Baunatal pro Jahr, sie hat zudem 2005 das Musikschulhaus für 2,5 Millionen Euro gebaut.

„Die öffentlichen Mittel reichen nicht aus“, sagt Arndt und verweist auch auf sinkende Beträge des Landes für das Projekt „Jedem Kind ein Instrument“. Andererseits könne man nicht ständig an der Gebührenschraube drehen. Daher gehe es nur mit Sponsoren. Mit deren Hilfe erhoffe man für 2013 „eine schwarze Null“. Aber Kreativität bleibt gefragt.

Instrumente - 25 Arten werden in der Musikschule unterrichtet - sind teuer. Nicht jede Familie kann sich eines für ihren Sprössling leisten. Arndt nennt Preise: Ein Fagott für Kinder kostet 2400 Euro, die Zwischengröße 4300 und eines für Erwachsene 6000 Euro. Die Schule, die mit ihrer Fagott-Klasse von Anne Ringborg „fast einmalig in Deutschland ist“, benötigt noch ein Leihinstrument. Vier hat sie übrigens durch einen Aufruf an alle Musikschulen der Republik erhalten, nicht benötigte Fagotte auszuleihen: Es kamen welche aus Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und aus der engeren Region.

Geblieben sind die Raumnöte der Musikschule, die pro Tag im Schnitt fast 300 Menschen nutzen. Für das 62-köpfige Orchester etwa gibt es keinen geeigneten Probenraum. Das Foyer scheidet aus, auch für die Bigband: Dann wird es zu laut für alle anderen, die gerade Unterricht haben.

Projekte 2013 der Musikschule

• Benefizkonzert zugunsten der Momus (Montagsmusiker) - Ensemble aus behinderten und nicht behinderten Menschen - zusammen mit vier Kammermusikensembles des Staatstheaters bei Eon Mitte in Kassel, 28. Januar, 19.30 Uhr.

• Percussionsensemble für Klavierschüler, damit sie auch in der Gruppe musizieren können, was mit dem eigenen Instrument mangels Platz und Notenliteratur nicht klappt.

• Besuch aus Tschechien: Sinfonieorchester und Bigband der Musikschule in Baunatals Partnerort Vrchlabí kommen.

• Bildhauerei: Eventuell Ergänzung des Angebots der Malschule, deren Team bald durch Bildhauerin Karin Bohrmann-Roth ergänzt wird. (ing)

Unterricht ab 30 Euro pro Monat

600 Unterrichtseinheiten laufen pro Woche in der Musikschule Baunatal. Die Spanne der Gebühren reicht von 30 Euro pro Monat für musikalische Früherziehung oder Besuch der angegliederten Malschule bis zu 106 Euro für Einzelunterricht eines Instruments inklusive Ensemblestunde. Gruppenunterricht beginnt bei 38,50 Euro (Grundausbildung Blockflöte). Ermäßigungen für Familien oder aus sozialen Gründen sind möglich. Erwachsene zahlen Zuschläge. (ing)

Kontakt (ab 14. Januar): Musikschule, Friedrich-Ebert-Allee 12, Telefon 05 61/49 77 49.

www.musikschule-baunatal.de

Von Ingrid Jünemann

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