Erhöhung der Strommasten: RP stoppt Arbeiten 

Lohfelden. Das Regierungspräsidium (RP) in Kassel hat am Montag die begonnene Masterhöhung an der 110-kV-Leitung bei Vollmarshausen überraschend gestoppt. Der Baustopp sei notwendig, weil man das Bauvorhaben erst prüfen müsse, sagte RP-Sprecher Michael Conrad auf Nachfrage der HNA.

Man habe jetzt von der Eon Netz GmbH, die die 110 000-Volt-Leitung betreibt, die Unterlagen angefordert. Grundlage sei das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG), sagt Conrad. Laut Paragraf 43 EnWG setzen Änderungen an Hochspannungsmasten ein Planfeststellungsverfahren voraus. Wenn die angeforderten Unterlagen vorliegen, werde das RP anhand einer Umweltverträglichkeitsprüfung in dem Einzelfall entscheiden, ob die Planfeststellung wirklich notwendig sei. Die Eon Netz GmbH (Bayreuth) bestätigte, dass die Arbeiten ruhen. Weiter wolle man sich zu der aktuellen Entwicklung nicht äußern, sagte die Pressesprecherin Michaela Fiedler.

Artikel wurde um 18.30 Uhr aktualisiert.

Zurzeit dürfen nur Sicherungsmaßnahmen am Betonsockel vorgenommen werden. Eon hatte am vergangenen Donnerstag mit dem Höherlegen der Hochspannungsleitung begonnen. Dazu wurde ein Stahlmast an der Kasseler Straße bei Vollmarshausen um acht Meter in die Höhe gebaut.

Insgesamt sollen vier Masten auf der elf Kilometer langen Strecke zwischen Bergshausen und Niestetal erhöht werden. Mehr Strom Zur Begründung hieß es von Eon Netz, man plane eine Erhöhung der Leistung und wolle künftig mehr Strom durch die Leitung schicken. Um Grenzwerte und Abstände zu Häusern und Bäumen einzuhalten, müsse man die Leitung in die Höhe bauen.

Beim Regierungspräsidium als Genehmigungsbehörde wusste man jedoch nichts von der geplanten Erhöhung der Leistung. Die Bauarbeiten hatten die örtliche Bürgerinitiative (BI) gegen Hochspannungsmasten in Lohfelden auf den Plan gerufen. Sprecher Vedat Kahya wandte sich gegen den Ausbau der Leitung.

 Durch den zusätzlichen Strom erhöhen sich die Gesundheitsgefahren für die Menschen, die unter der Leitung leben, meint die BI. Im Umfeld der Hochspannungsleitungen in Lohfelden sind etliche Menschen schwer erkrankt. Laut RP werden die gesetzlichen Grenzwerte jedoch eingehalten.

Die BI zieht die Ergebnisse in Zweifel. Bürgermeister Michael Reuter begrüßt das Interesse an dem Thema. Der öffentliche Druck könne helfen, die Hochspannungsleitungen aus dem Ort zu bekommen.

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