Zum Volkstrauertag richtete Gemeinde erstmals eine zentrale Gedenkstunde aus

Erinnerung an die Toten des Ersten Weltkrieges: Willi Kaiser und Helga Schlömer vom VdK Heckershausen (Bild links) hingen ihren Kranz unter der Jahreszahl 1914, dem Jahr des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges, als Erinnerung auf. Bürgermeister Michael Aufenanger (rechtes Bild links) und Rüdiger Reedwisch platzierten einen Kranz der Gemeinde Ahnatal unter der Jahreszahl 1918, dem Datum des Ende des Ersten Weltkrieges. Fotos: Kisling

Ahnatal. Erstmalig hat die Gemeinde Ahnatal eine zentrale Gedenkstunde zum Volkstrauertag ausgerichtet. Rund 100 Gäste erschienen im Heckershäuser Gemeindezentrum, um den Toten und Opfern der Kriege und Gewaltherrschaften zu gedenken.

Musikalisch untermalt wurde die Feierstunde von den Volkschören aus Heckershausen und Weimar. „Die Gedenkstunde ist ein ganz besonderes Zeichen der Gemeinsamkeit“, betonte Bürgermeister Michael Aufenanger. Der Volkstrauertag biete die Chance, einen Moment innezuhalten, um Kraft und Mut für ein deutliches Verneinen der Gewalt, des Krieges und des Terrors zu gewinnen.

Aufenanger machte deutlich, dass 67 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges immer noch kein Frieden herrsche und man sich nicht auf den bestehenden Verhältnissen ausruhen dürfe. So biete der syrische Bürgerkrieg, der Konflikt zwischen Israel und Palästina sowie der Tod von Soldaten auf Auslandseinsätzen ein Beispiel des anhaltenden Schreckens. „Den Opfern und den Familien gegenüber gebührt unser Gedenken“, so der Bürgermeister.

Heckershausens Pfarrer Lothar Fiege veranschaulichte in seiner Ansprache die Gewalt mit seinen persönlichen Erfahrungen, die er als Militärpfarrer sammelte. „Warum werden die Menschen nicht klüger?“, fragte Fiege.

Er rief aber dazu auf, nicht zu resignieren und zynisch zu werden. Das Gedächtnis sei wichtig und erinnere an die Verantwortung, die jeder zu übernehmen habe, um seinen Teil zu einer konfliktfreien Welt beizutragen.

Im Anschluss an die Gedenkveranstaltung legten Vertreter des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK), des Sozialverbandes VdK und der Gemeinde Ahnatal Kränze auf dem Friedpark in Heckershausen und am Ehrenmal auf dem Weimarer Friedhof nieder. Abschließend fand ein zentraler Gottesdienst aller vier Kirchengemeinden statt. (ptk)

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