Geschichtswerkstatt im altenWeimarer Rathaus zeigt Bügelofen und Nähmaschine

Erinnerungen an die Schneiderei

Aus der Werkstatt des Vaters: Winfried Ebert aus Weimar zeigt den Schneiderbügelofen von Lorenz Ebert. Fotos:  Wienecke

Ahnatal. „Der Schneiderbügelofen heizte nicht nur die Werkstatt, mein Vater stellte dort auch sein Bügeleisen hinein, um es heiß zu machen“, berichtet Winfried Ebert in den Räumen der Geschichtswerkstatt Ahnatal in Weimar. Auch zum Erhitzen von Speisen war der Ofen, der nun in der Schneiderwerkstatt des Museums zu sehen ist, geeignet. „Wenn man Ofenringe herausnahm, konnte man einen Topf an seinem Rand sogar ins Innere hineinhängen“, erzählt der 77-Jährige.

Die Schneidernähmaschine weckt ebenfalls viele Erinnerungen. „Als mein Vater 1945 aus der Kriegsgefangenschaft zurückkam, öffnete er seine Werkstatt wieder. Da Tuch rationiert war, wurde ältere Kleidung sowohl ausgebessert als auch gewendet“, berichtet Winfried Ebert. „Mit 13 Jahren kam ich so zu meinem ersten Anzug mit langer Hose.“

Nach dem Motto „Not macht erfinderisch“ verarbeitete Lorenz Ebert Fahnen zu roten Turnhosen. Das Hakenkreuzsymbol auf ihnen landete dabei jeweils im Müll. Ferner nähte er Schirmmützen aus den brauchbaren Stücken alter Kleidungsstücke.

Die Geschichtswerkstatt Ahnatal im alten Rathaus in Weimar, Unter der Linde 2, ist ab September jeden zweiten Freitag und jeden ersten Sonntag im Monat von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Kontakt: Uwe Westphal, Tel. 056 09/ 62 81 62, www.geschichte-ahnatal.de

Von Bettina Wienecke

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