Ehemalige Lehrlinge der AEG trafen sich nach 50 Jahren auf der Niester Königsalm

Erinnerungen an Streiche

Erinnert sich an viele Streiche: Ralf Kembüchler. Fotos: T. Hartung

nieste. „Er ist der einzige unserer früheren Ausbilder, der noch lebt“, sagt Walter Abel und freut sich besonders, dass Erich Haldorn auf die Königsalm nach Nieste gekommen war. Dort trafen sich die ehemaligen Lehrlinge, die am 1. April 1964 eine Ausbildung bei der AEG begonnen haben.

Die damals 32 Jugendlichen lernten Maschinenschlosser, Dreher, Fräser, Technischer Zeichner, Chemielaborant und Industriekaufmann. Für die 22 Männer, die zum Treffen gekommen waren, war es ein Nachmittag voller Erinnerungen.

Lebensgeschichten wurden ausgetauscht und das Gedächtnis mit alten Geschichten aufgefrischt. Ralf Kembüchler hat nur positive Erinnerungen an seine Lehrzeit. Es seien keine Herrenjahre gewesen, aber er habe viel fürs Leben gelernt, betonte der 64-Jährige, der eine Lehre zum Universalfräser gemacht hat.

Test der besonderen Art

Noch heute schmunzeln die Männer über die Streiche von Wilfried Vaupel. Lachend berichtete der Sandershäuser von einem Test der besonderen Art: Als Lehrling zum Dreher wollte er unter Beweis stellen, wie gut die Spitze seiner Schmiedearbeit gelungen ist. „Mit Wucht rammte ich das Werk in die Wand. Schnell stellte ich fest, dass ich sie durchstoßen hatte und auf der anderen Seite wieder herauskam“, erzählte er. Erich Haldorn ist der einzige Ausbilder der Truppe, der heute noch lebt. Der 87-Jährige, der 30 Jahre als Ausbilder tätig war, ließ es sich nicht nehmen, ein wenig aus dem Nähkästchen zu plaudern: „Damals hatten die Lehrlinge noch viel mehr Respekt vor ihrem Meister als heute“, bemerkte er. Die Zeiten seien nicht zu vergleichen.

Auch erinnert er sich daran, dass die Mütter oft in den Betrieb kamen, um sich nach dem Nachwuchs zu erkundigen. „Sie handelten nach dem Motto: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“, weiß Haldorn.

Für ein nicht abgegebenes Berichtsheft mussten die Lehrlinge einen Aufsatz schreiben. Walter Abel erinnert sich noch genau, wie die Lehrlinge ihren Garderobendienst absolvierten: „Anstatt zu putzen, haben wir uns im Umkleidebereich schlafen gelegt“, sagte er schmunzelnd.

Um nicht erwischt zu werden, deponierten die jungen Lehrlinge auf der Türklinke einen Schlüssel, der beim Öffnen hinunter fiel und die Schlafenden weckte. Da seien alle sofort hellwach gewesen und hätten schnell weitergeputzt, bestätigten auch die anderen.

Von Tina Hartung

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