Jugendliche holen ausgediente Bäume gegen Spende ab

Aktion Weihnachtsbäume sammeln: Erlös hilft Bedürftigen

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Bitte um eine Spende: Das mit den Weihnachtsbäumen eingesammelte Geld stellen die Vellmarer Kinder und Jugendlichen für wohltätige Zwecke zur Verfügung.

Vellmar. Fast in jedem Haushalt steht traditionell zu Weihnachten ein liebevoll geschmückter Weihnachtsbaum. Rein statistisch betrachtet verliert das festliche Nadelgehölz jedoch bereits nach 16 Tagen zunächst an Bedeutung und dann seine Nadeln.

Am Ende landet das Weihnachtssymbol an der Straße und wartet auf seine Entsorgung.

„Meist werden die Bäume verbrannt“, erklärt Reiner Möller, Vorsitzender des Vellmarer Stadtjugendrings. Doch in Vellmar sei das anders, bestätigt der Diakon. Seit 36 Jahren sammeln Vellmarer Jugendliche immer Anfang Januar die Weihnachtsbäume ein, die dann auf den Festplatz gebracht und von der Regionalen Abfallentsorgung gepresst und zur Deponie gebracht werden. „Darauf legen wir besonderen Wert, denn es ist wegen der Umweltbelastung nicht mehr zeitgemäß, die Bäume zu verbrennen, sondern zu kompostieren“, sagt der 56-Jährige.

Dass soll am Samstag, 12. Januar, wieder so sein. Dann holen die Jugendlichen ab 9 Uhr, mit Unterstützung von Fahrzeugen der Feuerwehr, des Bauhofes und Firmen oder Landwirten, die nicht mehr benötigten Bäume gegen eine Gebühr von mindestens einem Euro an den Haustüren ab. In den vergangenen Jahren wurden so jedes Mal mindestens 4000 Bäume eingesammelt, für die weit über 4200 Euro gespendet wurden. „Doch das gesammelte Geld kommt nicht den Jugendlichen zugute, sondern ist für einen guten Zweck bestimmt und soll Bedürftigen der Stadt zugutekommen“, sagt Möller.

Sozialamt, Jugendamt und die Kirchen der Stadt wissen, wer in Vellmar bedürftig ist, und von ihnen bekommt der Stadtjugendring im Laufe des Jahres immer wieder Anfragen, ob in Einzelfällen geholfen werden kann. Nach eingehender Prüfung werden die in Not geratenen Menschen mit Gutscheinen oder finanziellen Zuwendungen bedacht.

Die so Unterstützten sind oft krank, arbeitslos, kinderreich oder unverschuldet in eine Notlage geraten, bei der die öffentliche Hand nicht helfen kann. Dann werden notwendige Heizmaterialien und fehlende Möbel gekauft, und manchmal gibt es auch einen Zuschuss zu den Kinderferienspielen.

„Besonders emotional ist es, wenn wir an Heiligabend Menschen besuchen, die Hilfe brauchen“, sagt Reiner Möller. Kein Tag eigne sich besser, den Menschen eine Freude zu machen, als der 24. Dezember. Das gehe unter die Haut und häufig gebe es auch Tränen. Viele Leute seien sehr dankbar, aber es gebe auch Menschen, die skeptisch reagierten, weil sie nicht glauben könnten, dass sich andere für ihr Schicksal interessieren.

„Die Aktion Weihnachtsbaum ist für Kinder und Jugendliche eine prima Möglichkeit, sich an dieser wirklich guten Sache zu beteiligen, um Mitmenschen zu helfen. Dankbar sind wir aber auch denen, die bereit sind, einen Euro oder auch etwas mehr für die Entsorgung ihres Baumes zu geben.“

Von Werner Brandau

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