Erntestopp

Wiesen unter Wasser: Landwirte hoffen auf regenfreie Wochen

Land unter: Wofhardt Nixdorf deutet auf den Grunde einer Wiese in Oberkaufungen, von der zirka zehn Prozent unter Wasser stehen. Foto: Surina

Kreis Kassel. Die Landwirte im Altkreis Kassel haben mit den Folgen des Dauerregens der vergangenen Wochen zu kämpfen. Die Bauernregel „Mai kühl und nass, füllt dem Bauern Scheun‘ und Fass“, trifft nicht auf die Graswirtschaftsbetriebe zu.

Das bestätigt Landwirt Wolfhard Nixdorf. In Oberkaufungen betreibt er einen Aussiedlerhof. Um das Winterfutter für seine Kühe herzustellen, muss Nixdorf Anfang bis Mitte Mai die Grasernte einfahren. Doch das ist zum Teil bis jetzt nicht möglich. „Rund zehn Prozent der Flächen können momentan nicht geerntet werden“, sagt Nixdorf.

Traktoren versinken

Das stehende Wasser auf Feldern und Wiesen mache es unmöglich, mit den schweren Landmaschinen darauf zu fahren. Besonders hartnäckig stehe das Wasser an Flächen in der Nähe von Bachläufen, wie der Losse. An Hanglagen, wo die Lachen bereits abgelaufen sind, sind die Halme vom Gewicht des Wassers geknickt. „Hier zu ernten hat keinen Sinn“, sagt Nixdorf. Je länger das Gras auf den Wiesen stehen bleibt, desto weniger Proteine hat es. Durch die lange Nassphase ist der Blütenstand verändert, das Protein im Gras hat sich abgebaut. Die Kühe mit hochwertiges Futter zu versorgen wird schwieriger. Aus einem Kilogramm Futter kann später nicht mehr so viel Milch produziert werden. Aus Erfahrung weiß sich Landwirt Nixdorf zu helfen. Er arbeitet seit ein paar Jahren mit dem Mulchsaatverfahren: Durch den Anbau von Zwischenfrüchten wie Senf, festigt er den Saatgrund für Getreidearten wie Mais. Damit vermeidet er, dass Anbauflächen an Hängen durch den Regen erodieren. Ein weiteres Problem ist das angeschwemmte Material. Große Äste und Blätter erschweren die Arbeit im Feld zusätzlich.

Besonders betroffen sind Betriebe, die nicht nur Silage – angewelktes Gras, das unter Folie konserviert gelagert wird – produzieren, sondern auch Heu. Dazu sollten die Böden überwiegend trocken sein und das Wetter trocken und warm. Auch die Felder und Wiesen bräuchten zum vollständigen Austrocknen mindestens acht Tage ohne Regen.

Von Diana Surina

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