Hans Groß ist treuer Zeitungsleser: Seit 67 Jahren liest er die HNA – Alte Ausgaben gesammelt

Der erste Blick gilt dem Sportteil

Zeitungsleser der ersten Stunde: Hans Groß schaut in die zweite Ausgabe der Hessischen Nachrichten vom 27. September 1945. Die Schlagzeile lautete damals: „Staat Großhessen gebildet“. Fotos: Dilling

Fuldabrück. Wenn Hans Groß morgens aufsteht, greift er als erstes zur HNA, und sein erster Blick gilt jedes Mal dem Sportteil. „Das ist eine liebe Gewohnheit“, sagt er. Der heute 78-Jährige ist seit seiner Kindheit, seit 67 Jahren, treuer Leser der Regionalzeitung, von der ersten Ausgabe nach dem Zweiten Weltkrieg an.

Die ersten beiden Jahrgänge der „Hessischen Nachrichten“, des Vorläufers der HNA, hat er sogar gesammelt. Zeitweise hat er sogar im Pressebetrieb an der Frankfurter Straße mitgearbeitet und sein Fachwissen als Kampfsportler eingebracht.

Wenn Groß die leicht vergilbten Ausgaben der Hessischen Nachrichten von 1945 und 1946 hervorholt und durchblättert, erinnert er sich an seine Jugend nach dem Krieg.

Die Sammelleidenschaft habe er von seinem Vater Hans übernommen, erzählt der Fuldabrücker. Der sammelte schon in den 30er-Jahren eine Wochenzeitung. Sein Sohn begann, die Hessischen Nachrichten abzuheften. Nur die allererste Ausgabe vom 27. September 1945 fehlt, die hat Groß vor einigen Jahren der HNA zu deren Jubiläum überlassen. Anfangs habe er nur die Überschriften gelesen, erzählt Groß. Das Zeitungslesen war damals ein mühsames Geschäft: Die wenigen Seiten der dünnen Ausgaben waren mit kleiner Schrift eng bedruckt. Fotos gab es, wenn überhaupt, nur kleine und nur in Schwarz-Weiß. Groß fand sich in den Folgejahren häufiger in seiner Zeitung wieder. Zunächst als Kanusportler, der mit seinem Vater und anderen Mitstreitern 1947 den Verein Kanu-Sport Kassel aufbaute und in Schwerstarbeit neben der Hessenkampfbahn ein Bootshaus errichtete.

Später sattelte er auf den Judo-Sport um, „weil Judo den ganzen Körper trainiert“, sagt der Fuldabrücker. Groß wurde Vorsitzender der Judo-Abteilung des PSV Grün-Weiß Kassel - und Autor für die HNA. Am Wochenende setzte er sich an die Schreibmaschine und schrieb Wettkampfberichte für die Sportredaktion. Der Sportchef hieß damals Herbert Peiler. Mit dem Sportredakteur fachsimpelte er für den Hörfunk über aktuelle Sportthemen.

Die HNA begleitete den gelernten Elektroingenieur auch, als er seinen Job bei AEG in Kassel aufgab und sich, unterstützt von seiner Ehefrau Marli, mit der privaten Sportschule „Judo Kai Asahi“ 1968 selbstständig machte. „Das war eine Alternative für Kampfsportinteressierte, die mit der Philosophie von Vereinen nicht so gut klar kamen“, erzählt Groß. Die Schule an der Sickingenstraße habe bis zu 1500 Mitglieder gehabt. Das Ehepaar trainierte später auch international erfolgreiche Kampfsportler. Mitte der 1990er-Jahre hatte Groß die Schule verkauft.

Für seine Fitness sorgt der Rentner und Spanien-Liebhaber aus Dörnhagen immer noch. Er trainiert im Fitness-Raum – sobald er die HNA durchgelesen hat. (pdi)

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