100 DM für erste Geburten

50 Jahre Gemeinde Baunatal: Ausstellung zeigt Wandel vom Dorf zur Stadt

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Interessierte Besucher: Gerhard und Petra Reinhardt machten einen ausgiebigen Rundgang im Heimatmuseum.

Baunatal. Die gerade gegründete Großgemeinde war nicht auf Rosen gebettet, obwohl es das Volkswagenwerk schon gab: Die Gemeindevertretung beschloss das Einfrieren des Stellenplans, „wegen der schwierigen finanziellen Situation von Baunatal“, wie es 1964 in der Hessischen Allgemeinen hieß.

Dennoch zeigte man sich großzügig, als die ersten beiden Neubürger der Gemeinde Baunatal am 2. Januar 1964 geboren wurden. „Ein Kinderwagen für die jüngsten Bürger“, titelte die HA und berichtete groß mit Bild. Die Eltern von Meinhard und Martina, so hießen die beiden Säuglinge, erhielten einen Kinderwagen und einen Gutschein im Wert von 100 DM (50 Euro).

Festzug durch Altenritte: Dieses Foto entstand zum 100-jährigen Bestehen der Chorvereinigung Großenritte. Wo das Fachwerkhaus (links) steht, befindet sich heute die Eisdiele.

Mit Zeitungsausschnitten, vielen historischen Fotos, statistischen Zahlen und erklärenden Texten zeichnet die vom Stadtarchiv zusammengestellte Sonderausstellung „50 Jahre Gemeinde Baunatal“ im Stadtmuseum den Wandel von Kirchbauna, Altenritte und Altenbauna von Bauerndörfern zur späteren Autostadt Baunatal nach. Zu sehen ist beispielsweise der Abriss alter Fachwerkhäuser, die Neubauten oder breiteren Straßen weichen mussten. So ein Spektakel lockte damals viele Schaulustige an.

Verwandtschaften

Zu den ersten Besuchern der Ausstellung zählte Gerhard Reinhardt, der viele der damals agierenden Kommunalpolitiker kennt oder sogar mit ihnen verwandt ist. Er schaute sich vor allem das Foto des letzten Altenritter Bürgermeisters Kaspar Reinhardt an, wie jener konzentriert über seinen Akten sitzt. Bürgermeister Reinhardt sei der Bruder seines Opas gewesen, erzählt Gerhard Reinhardt. Überhaupt habe es schon damals viele verwandtschaftliche Verflechtungen unter den fusionierten Dördern von Kirchbauna, Altenritte und Kirchbauna gegeben.

Wilfried Volbers, Vorsitzender des Vereins für Heimatgeschichte und Denkmalpflege , freut sich, dass sich auch schon jüngere Besucher die Ausstellung anschauen. „Zwei junge Damen haben auf einem Foto ihren Opa entdeckt“, berichtet er.

Heimatmuseum in Altenritte, geöffnet sonntags von 14 bis 16.30 Uhr sowie nach Vereinbarung

Von Peter Dilling

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