Simmershausen hat 3000 Euro im Wettbewerb „Unser Dorf“ gewonnen

Erster Preis: Schneegänse jubeln

So sehen Gewinner aus: Die Aktiven des Arbeitskreises Dorferneuerung erzählten die Geschichte ihres Engagements. Selbstbewusstsein ist in Simmershausen Trumpf. Fotos: Dilling

Fuldatal. Am Ende eines langen, steinigen Wegs wartet manchmal ein Happy End. So war war es am Freitagabend im neuen „Haus der Begegnung“ in Simmershausen: Landrat Uwe Schmidt gratulierte Rainer Haldorn und Waltraud Schütz vom Arbeitskreis Dorferneuerung im Rahmen einer Feierstunde mit Vertretern aus 26 Kommunen des Landkreises Kassel zum Gewinn des Landeswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ in der Gruppe A. Der Preis ist mit 3000 Euro dotiert. Der zweite Titel, ebenfalls mit 3000 Euro dotiert, ging an das Oberweserdorf Oedelsheim.

Hinter Simmershausen belegten der Hofgeismarer Ortsteil Hümme und Balhorn (Bad Emstal) in der Gruppe A den zweiten und dritten Platz. In der Gruppe B (Orte ohne Dorferneuerungsprogramm) sicherte sich Gieselwerder (Gemeinde Oberweser) vor Breuna-Oberlistingen den zweiten Platz. Nieste und Wahlsburg-Lippoldsberg teilten sich den mit 1000 Euro dotierten Sonderpreis für vorbildliche Jugendarbeit.

Simmershausen hatte vor Jahren in einem ersten Anlauf noch den vierten Platz belegt. Nun dürfte zum Sieg das neue, in viel Eigenleistung umgebaute und sanierte Gebäude der Alten Schule zum „Haus der Begegnung“, das nächstes Jahr feierlich eingeweiht werden soll, entscheidend beigetragen haben. Die Simmershäuser hätten dort ihre „Visionen und Ideen“ eingebracht, sagte Fuldatals Bürgermeister Karsten Schreiber und fügte hinzu: „Es ist ein echtes Schmuckstück geworden, ein Haus mit Charme.“

Landrat Schmidt erinnerte an die vielen Diskussionen wegen der gestiegenen Kosten für das Projekt. Geholfen habe am Ende sogar die Denkmalspflege mit einem Zuschuss von 30 000 Euro. „Wir waren unerbittlich“, sagte Waltraud Schütz und beschrieb mit diesen Worten die Zähigkeit, mit der die Simmershäuser ihren Traum verfolgten. Bei der Preisverleihung waren die „Schneegänse“, so nennen sich die Dorfbewohner, einfach nur fröhlich. Sie bedankten sich mit mehreren Ständchen für die Auszeichnung. Das Preisgeld wollen die Simmershäuser in eine moderne Musikanlage im Haus der Begegnung investieren.

Mehr Gewicht

Wie bewältigen Dörfer den demografischen Wandel? Wie organisieren sie eine lebendige Dorfgemeinschaft? Wie bestehen sie im Konkurrenzkampf um junge Familien? Diesen Kriterien komme bei dem Wettbewerb immer mehr Gewicht zu, sagten Peter Nissen, Leiter des Servicezentrums Regionalentwicklung des Landkreises. Die Qualität des generationsübergreifenden Miteinanders im Dorf gewinne bei der Bewertung an Bedeutung, erklärte Jury-Mitglied Ute Raband.

Auch die Niester jubelten. Ihr Konzept einer engen Zusammenarbeit zwischen Kita, Grundschule und Jugendclub wurde als vorbildlich gewürdigt.

Von Peter Dilling

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