Erweiterung Sandershäuser Berg: Noch keine Entscheidung der Kommunen

Kassel/Niestetal. Die Nachricht, die Ministerpräsident Bouffier im Gespräch mit der HNA verkündete, kam in dieser Deutlichkeit überraschend: Das Bundesverkehrsministerium in Gestalt von Staatssekretär Rainer Bomba (CDU) sagt definitiv Ja zum Bau einer Autobahnanschlussstelle am Sandershäuser Berg.

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Die Nachricht bedeutet aber noch nicht automatisch, dass die Anschlussstelle auch tatsächlich gebaut wird. Voraussetzung dafür ist die Entscheidung der Kommunen für eine Erweiterung des Gewerbegebiets. Die Gespräche darüber liefen zuletzt eher auf Sparflamme. In den Rathäusern wird mit spitzem Stift gerechnet: Die Erschließung der Erweiterungsfläche dürfte eine hohe zweistellige Millionensumme verschlingen.

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Tatsache ist aber auch: Die Nachfrage nach Gewerbeflächen an den Autobahnen in der Region ist groß, das Angebot ist dagegen vielerorts so gut wie erschöpft. Dies gilt für den Lohfeldener Rüssel genauso wie für den Industriepark Kassel-Waldau und das benachbarte Güterverkehrszentrum. Die knappen Flächen sind auch der Grund für die Pläne der Stadt Kassel, auf dem Langen Feld bei Niederzwehren ein Gewerbegebiet zu erschließen.

Eine Autobahnanschlussstelle am Sandershäuser Berg könnte aber noch eine ganz andere Funktion erfüllen: Sie könnte als Ausgangspunkt für eine direkte Anbindung des neuen Flughafens Kassel-Calden an die Autobahn dienen. Bis dato müssen die meisten Autofahrer, die den Regional-Airport erreichen wollen, durch die Stadt fahren.

Mit einer Anschlussstelle könnte man also zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Firmen ansiedeln und damit Jobs in die Region holen beziehungsweise diese hier halten und den Flughafen verkehrstechnisch aus dem Abseits holen. Das Thema Flughafen-Anbindung dürfte trotz seiner Bedeutung aber nur mit spitzen Fingern angefasst werden. Ein entsprechender Vorschlag für einen Brückenschlag über die Fulda hatte im Sommer 2009 zu einem Proteststurm im Kasseler Stadtteil Wolfsanger und im Wohnquartier Hasenhecke geführt.

Fotos: SMA-Halle im neuen Gewerbegebiet

SMA-Halle am Sandershäuser Berg

Ministerpräsident Bouffier appelliert derweil an die interessierten Kommunen. Sie müssten schnell Pläne für die Anschlussstelle vorlegen. Wenn bei Planung, Genehmigung und Bau alles rund laufe, könne sie bereits in vier Jahren in Betrieb genommen werden.

Wo genau am Sandershäuser Berg die Anschlussstelle entstehen könnte, ist noch nicht endgültig geklärt. Als wahrscheinlichste Variante gilt der nördlichste von mehreren untersuchten Standorten. Bei allen Planungen muss allerdings eines berücksichtigt werden: Die benötigten Flächen befinden sich überwiegend in Privateigentum. Ob sie am Ende wirklich zur Verfügung stehen, ist längst noch nicht geklärt. Von Peter Ketteritzsch

Video: SMA erweitert am Sanderhäuser Berg

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