Erziehung zu gutem Geschmack: In Niestetal wird für Kinder gekocht

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Immer mehr Kinder bleiben zum Essen in der Kita: Für sie achten die Köchinnen (von links) Stephanie Vogel, Katja Juhlke und Monika Hübener auf einen ausgewogenen Speiseplan.

Niestetal. Viele Köche verderben den Brei - viele Köchinnen aber können richtig gute Mahlzeiten zubereiten. So, wie in der Gemeinschaftsküche in Niestetal, die seit 2013 an die neu gebaute Kita Am Eichberg anschließt. Da kochen Küchenchefin Katja Juhlke und ihre Kolleginnen jeden Tag für Niestetaler Kindergartenkinder und Grundschüler.

In 30 Prozent der Kitas, so die Studie, gebe es zu viel Fleisch und zu wenig Gemüse. Das kann in Niestetal nicht passieren, bestätigt die Küchenchefin: „Kinder sind noch offen für alles, das nutzen wir und bieten viel Gemüse an.“ Zwei Tage sind zum Beispiel komplett vegetarisch, an einem Tag gibt es Fisch. Besonderheiten wie ein Suppentag oder das Ausprobieren neuer Gerichte gehören auch dazu.

Montag bis Freitag von halb sieben bis 15 Uhr stehen die Köchinnen am Herd. Alle kochen bereits seit vielen Jahren in Einrichtungen für Kinder. Katja Juhlke weiß: 20-jährige Routine schadet nicht. Sie kenne viele Gerichte und habe ein Gefühl dafür, was Kinder mögen - und was nicht so gut ankomme. Das sei wesentlich, schließlich erreicht das Essen um die 400 Kindergartenkinder und 100 Grundschüler.

Und das verlangt Organisation. „Wir haben einen genauen Zeitplan. Bis 11 Uhr muss alles gekocht sein - danach wird es ausgeliefert. Das erledigen die Köchinnen selbst, denn sie legen Wert darauf, dass die Kinder wissen, wer ihre Mahlzeiten zubereitet. Wenn sie bei der Abholung der leeren Essensbehälter von einem Kind gesagt bekommen: „Das war heute nicht so mein Fall“, dann wird das ernst genommen. „Wir schauen dann, was wir besser machen können.“ Bei der Auswahl der Gerichte achtet Katja Juhlke darauf, heimisches Gemüse und Obst zu verwenden.

Das Fleisch kommt vom Metzger, die Kräuter vom Gärtner aus dem Nachbarort. „Wir unterstützen damit auch die regionale Wirtschaft“, merkt Juhlke an. Die Region als Ganzes zu betrachten, darum geht es auch bei dem Konzept der Belieferung. Mit dem Bau der großzügigen Küche hat sich die Gemeinde dafür entschieden, an einer Stelle zentral zu kochen und die Mahlzeiten auszuliefern. Um die 600 000 Euro hat allein der Bau der Küche gekostet.

„Die Kinder in Niestetal wachsen mit einer Küche auf - vom Kleinkindalter bis zur Grundschule“, nennt Juhlke den Vorteil des Zusammenschlusses. Sie könnten sich so schon von klein auf an gesundes Essen gewöhnen. Und sind dabei nicht allein, sondern lernen das gemeinschaftlich.

Von Anna Lischper

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