Espenau lichtet Schilderwald mit Hilfe des Automobilclubs ADAC

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Verzichtbar: Werner Praschek vom Motorsportclub Espenau / Vellmar (vorn von links), Bürgermeister Michael Wielert und Jürgen Baer vom ADAC verhüllen drei Schilder an der Grebensteiner Straße in Hohenkirchen.

Espenau. Sie begegnen Fußgängern und Autofahrern auf Schritt und Tritt: Vorfahrt achten, Achtung Kinder, Stopp und Halteverbot. Der Schilderwald aus Verkehrszeichen ist auch in Espenau unübersehbar.

Die Gemeine Espenau hat diesen Wald aus Geboten, Warnungen und Verboten jetzt mithilfe von Verkehrsexperten, der Polizei und Fachleuten des Automobilclubs ADAC Hessen / Thüringen durchforstet. Ergebnis: Wohl bis zu einem Drittel der kontrollierten Schilder, bis zu 100 Zeichen, wird der Bauhof demnächst abbauen können.

Auf ein Wort: Espenaus Bürgermeister Michael Wielert

Die Ausdünnung des Schilderwalds erspare der Gemeinde Espenau Kosten, sagt Jürgen Baer vom ADAC. Ein neues Verkehrschild könne bis zu 200 Euro teuer sein, hinzu kämen die Pflege- und Reinigungskosten. Dazu bringe die Lichtung des Schilderwaldes einen Zugewinn an Sicherheit und Komfort für die Autofahrer. Denn im Dschungel der vielen Gebote und Verbote fänden sich vor allem Ortsunkundige immer weniger zurecht, sagt der Experte.

Mit der Aktion hat die Gemeinde Espenau eine Idee von Werner Praschek, dem Vorsitzenden des Motorsportclubs Espenau / Vellmar, aufgegriffen. Im ersten von zwei Durchgängen habe man rund 50 von 150 kontrollierten Schildern als überflüssig oder wahrscheinlich verzichtbar ausgemacht, sagt Bürgermeister Michael Wielert. Dazu zählen Halteverbotsschilder an Straßen, die breit genug zum Parken sind, auch Warnhinweise auf Gefahren, die man auch ohne Schild leicht erkennt. Und es gibt schlicht Schilder, „von denen wir heute nicht mehr wissen, warum sie einmal aufgestellt wurden“, sagt der Verwaltungschef.

Nicht alle markierten Schilder werden gleich abgebaut. Einige werden nur verhüllt. Wielert will dann rund zwei Wochen abwarten, welche Reaktionen aus der Bevölkerung kommen, und erst dann eine Entscheidung treffen.

Denn es gibt Fälle, in denen man über die Sinnhaftigkeit eines Verkehrszeichens geteilter Meinung sein kann. Das Warnschild „Achtung Kinder“ ist wichtig, um Autofahrer auf besondere Gefahren durch querende Kinder aufmerksam zu machen. „Aber wenn sie Wohnquartiere damit zupflastern, geht der Aufmerksamkeitseffekt verloren“, sagt Baer. Sinnvoll seien solche Schilder beispielsweise an Schulen, Kindergärten oder in der Nähe von Spielplätzen. (pdi)

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