Polizei sagt: Lage ist nicht auffällig

Bahnhofstraße in Espenau: Lärmbeschwerden der Anwohner ebben nicht ab

Espenau. Seit drei Jahren gibt es immer wieder Beschwerden über den Gebäudekomplex an der Bahnhofstraße 39a bis 41 in Mönchehof. Viele Anwohner beklagen sich über Lärm und Schmutz.

Bei einer Versammlung vor gut drei Jahren, zu der Bürgermeister Carsten Strzoda (parteilos) geladen hatte, kamen nicht nur gut zwei Dutzend verärgerte Nachbarn, sondern auch der Eigentümer und Vermieter des Mietshauses an der Bahnhofstraße, Ali Basak. Er versprach damals, etwas zu unternehmen.

Passiert sei jedoch so gut wie nichts, sagt eine Nachbarin gegenüber unserer Zeitung. Die vielen Kinder, die in dem Gebäudekomplex wohnen, würden im Sommer oft bis spät in die Nacht auf der Straße toben und aus den Wohnungen sei oft laute Musik zu hören. Auch der Rasen würde immer wieder sonntags gemäht. Die Nachbarin fühlt sich dadurch immer wieder in ihrer Ruhe gestört. „Meinen Balkon oder Garten kann ich gar nicht nutzen.“

Eine positive Entwicklung der Anwohnerversammlung sei jedoch gewesen, dass der Eigentümer dafür gesorgt hätte, dass die Mülltonnen in den Hof versetzt wurden und nun nicht mehr auf der Straße stehen. Die Anwohner hatten sich durch den Gestank und auch durch Ungeziefer belästigt gefühlt. Dieses Problem wurde gelöst.

Vereinbarte Mieterversammlung fand nicht statt

Ein weiteres Zugeständnis sei damals gewesen, eine Mieterversammlung einzuberufen, sagt Bürgermeister Strzoda, „um sich gegenseitig kennenzulernen und miteinander zu sprechen“. Die Gemeinde habe sich um einen Termin bemüht, passiert sei aber nichts. „Wir wurden immer wieder vertröstet.“

Die HNA hat mehrfach versucht, Ali Basak für ein Gespräch über die aktuelle Situation zu erreichen. Ohne Erfolg.

Die Anwohnerin fühlt sich von der Gemeinde mit dem Problem alleine gelassen. Der Bürgermeister widerspricht. Dort, wo das Ordnungsamt eingreifen könne, würde das auch geschehen. Die Gemeinde sei aber auch darauf angewiesen, dass die Nachbarn die Polizei anrufen, sobald es Probleme gibt. Es gäbe eine klare Vereinbarung mit dem Polizeirevier in Vellmar.

Carsten Strzoda

Eine mögliche Erklärung für die immer wieder auftretenden Probleme liegt wohl auch in den unterschiedlichen Kulturen, die in der Bahnhofstraße aufeinanderprallen. Deshalb sei es auch mit der Aufstellung von Regeln alleine, da sind sich der Bürgermeister und die Anwohner einig, nicht getan. „Es wäre gut, wenn es vor Ort jemanden gäbe, der sich mit den Leuten auseinandersetzt“, sagt Strzoda.

Aber genau diese Person fehlt, seitdem der Hausmeister des Gebäudekomplexes verstorben ist. 

Das sagt die Polizei: Kein Brennpunkt

Karl Ludwig Lamp, Leiter des Polizeireviers Kassel Nord, bestätigt die Aussage von Bürgermeister Carsten Strzoda, dass es eine Vereinbarung mit der Gemeinde Espenau gebe, die Lage in der Bahnhofstraße genauer im Blick zu behalten. „Wir nehmen die Sorgen der Anwohner sehr ernst“, sagt Lamp. Auch ohne Anlass würden Streifen zu unregelmäßigen Zeiten immer wieder in der Bahnhofstraße vorbeifahren. „Wir haben die Situation polizeilich im Blick.“ Allerdings gebe es keinen Anlass zur Sorge. Die Lage in der Bahnhofstraße, auch was die Lärmbelästigung angeht, sei nicht auffälliger als an anderen Orten. Sollte es Probleme vor Ort geben, können sich Anwohner beim Polizeirevier in Vellmar unter Tel. 05 61/9 10-22 20 melden.

Rubriklistenbild: © El Ahl

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