Erste Ernte ist ein Erfolg

Er folgt dem Trend: Espenauer baut Bio-Süßkartoffeln an 

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Erfolgreiche Ernte: Gemeinsam mit Ehefrau Andrea erntet Bio-Landwirt Heiko Missal aus Espenau-Hohenkirchen zum ersten Mal seine Süßkartoffeln aus rein ökologischem Anbau.

Espenau. Heiko Missal aus Espenau folgt einem Trend: Er stellt seinen Betrieb nicht nur auf Bioproduktion um, sondern pflanzt auch Süßkartoffeln um. 

Vor gut 15 Jahren hat Heiko Missal aus dem Espenauer Ortsteil Hohenkirchen den landwirtschaftlichen Betrieb seiner Eltern übernommen. Seit Generationen ist der Hof in Familienbesitz und wurde stets konventionell bewirtschaftet. Als letzter Vollerwerbslandwirt in seiner Heimatgemeinde will Heiko Missal neue Wege gehen und seinen Ackerbaubetrieb auf Bioproduktion umstellen.

„Ich möchte nicht mehr länger im Hamsterrad der Pflanzenschutzindustrie laufen, sondern versuchen, ohne Pflanzenschutz auszukommen. Unsere Großeltern konnten das – und wir können das auch“, gibt sich der künftige Biobauer sicher.

Diese Umstellung könne natürlich nicht von einem Jahr aufs andere geschehen, sondern müsse über einen Zeitraum von zwei Jahren erfolgen, sagt er. „In diesem Zeitraum muss auch bei ehemalig konventionellem Anbau auf Fungizide, Pestizide und mineralische Düngung verzichtet werden“, beschreibt Missal die Voraussetzungen für ökologischen Anbau. Da die Fläche erst im dritten Jahr biologisch bestellt werden kann, hat Missal seine Pflanzen auf einen Acker gepflanzt, der bereits seit 25 Jahren biologisch bestellt wird.

Schon im Frühjahr hat er 3000 Süßkartoffel-Setzlinge per Hand gepflanzt und erntet jetzt auf einer rund 3000 Quadratmeter großen Fläche die vitaminreichen Süßkartoffeln. Auf die Idee brachte ihn ein Super-Food-Unternehmer, der gleich zwei Drittel der diesjährigen Ernte orderte und seine Produkte unter anderem an eine namhafte Supermarktkette liefert.

„Die süßen Knollen vom Bio-Acker sind gesund, vitaminreich und trotz des dreifachen Zuckergehaltes einer normalen Kartoffel besonders für Diabetiker und Herzkranke geeignet. Ihr Karotin-Anteil liegt fast so hoch wie bei einer Karotte und schmeckt auch ähnlich. Darüber hinaus gibt es sie noch mit Walnussgeschmack. Süßkartoffeln haben mehr Ballaststoffe, Mineralien und sättigen mehr.

Da es bisher nur importierte Ware gibt, die geschmacklich nicht an die eigenen Früchte heranreicht, ist sich der 49-jährige Bio-Bauer aus Espenau sicher, dass sich seine Delikatess-Kartoffeln ebenso durchsetzen werden, wie seine Soja- und Dinkelpflanzen. Kontrolliert und zertifiziert wird seine Ernte von der Gesellschaft für Ressourcen Schutz (GfRS) in Göttingen.

Info:Wer sich für Süßkartoffeln interessiert, erhält sie auf dem Hof von Familie Missal, Immenhäuser Straße 4, in Espenau-Hohenkirchen. Tel.: 01 73/5 44 12 55.

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